Blieskastel RHEINPFALZ Plus Artikel Warum das Campen unter der Brücke verboten ist

Das Schild ist eine spezielle Maßanfertigung.
Das Schild ist eine spezielle Maßanfertigung.

Vor sieben Jahren kampierten regelmäßig Leute unter einer Brücke bei Blieskastel. Das Resultat: Lärm und jede Menge Müll. Die Camper sind weg, nun gibt’s ein Erinnerungsschild.

Menschenansammlungen verboten. Zelten verboten. Offenes Feuer: verboten. Autos? Auch verboten. Wohnwagen: erst recht verboten. Was sich anhört wie die Ordnungssatzung für eine innerstädtische Parkanlage ist in Wahrheit ein Schild, das unter der Schwarzbachbrücke der Bundesstraße 423 zwischen den Autobahnabfahrten Einöd und dem Wattweiler Tälchen hängt.

Campingverbot unter einer Brücke? Wie kam es dazu? Das wollte die RHEINPFALZ vom Landesbetrieb für Straßenbau (LFS) wissen, der die Betreuung der Bundesstraßen im Saarland sicherstellt. Wann genau das Schild angebracht wurde, kann LFS-Pressesprecher Thomas Thiel nicht mehr rekonstruieren. Es muss allerdings schon ein paar Jahre her sein. „In früheren Zeiten hatte der LFS unter der genannten Brücke das Problem illegaler Camper. Nachdem die Camper den Platz verlassen haben, hinterließen sie zudem immer Müllberge“, so Thiel auf Anfrage. Damals wurde das Ordnungsamt informiert, Grünflächen wurden freigeschnitten und die gezeigten Schilder wurden angebracht.“ Wann das Schild genau angebracht wurde, ist nicht mehr mit hinreichender Sicherheit nachzuvollziehen. Auf jeden Fall bereits vor mehreren Jahren“, so Thiel weiter.

Ein Schild für ein ganz spezielles Problem

Dabei sind die Schilder Einzelanfertigungen, von denen es zumindest im Bereich der zuständigen Straßenmeisterei Rohrbach „keine weiteren Beschilderungen dieser Art“ gibt. Denn, so erläutert der Pressesprecher: „Bei dem Schild handelt es sich um ein maßgeschneidertes Schild und nicht um ein Schild aus dem Verkehrszeichenkatalog“. Ein spezielles Zeichen für ein ganz spezielles Problem also. Denn die genannten campierenden Personen waren keine normalen Camper. Vielmehr handelte es sich dabei um Angehörige einer mobilen ethnischen Minderheit, die im Juni 2015 mit mehreren Fahrzeugen mit rumänischen Kennzeichen tatsächlich unter und neben der Brücke hausten.

An mehreren Sommerabenden und -nächten veranstalteten die Brückencamper einen solchen Lärm, dass dieser nicht nur in Einöd zu hören war, sondern bis ins entfernte Lautzkirchen. Nach mehreren Beschwerden wurden schließlich Platzverweise erteilt und im Nachgang die Verbotsschilder aufgehängt, um Wiederholungen zu vermeiden.

Ein Foto aus Sommer 2015. Damals kampierten regelmäßig Leute an der Brücke bei Blieskastel.
Ein Foto aus Sommer 2015. Damals kampierten regelmäßig Leute an der Brücke bei Blieskastel.
x