Niederwürzbach RHEINPFALZ Plus Artikel Verkauf des Grundstücks am Bahnhof ist beschlossene Sache

Die Deutsche Bahn hat ein Grundstück am Niederwürzbacher Bahnhof einem Privatmann verkauft. Das sorgte für Ärger unter den Anwoh
Die Deutsche Bahn hat ein Grundstück am Niederwürzbacher Bahnhof einem Privatmann verkauft. Das sorgte für Ärger unter den Anwohnern.

Die Deutsche Bahn hatte einen Teil des Niederwürzbacher Bahnhofs zum Verkauf angeboten. Jetzt steht fest: Der Verkauf war gültig. Das Gelände ist nicht, wie von einem Ratsmitglied vermutet, mit einer Veränderungssperre belegt.

Die Deutsche Bahn hatte das Recht, das Gelände beim Bahnhof Niederwürzbach an den Interessenten ihrer Wahl zu verkaufen. So war es auch geschehen. Zum Hintergrund: Der Grünstreifen zwischen Eisenbahnstraße und den Bahngleisen beim Bahnhof Niederwürzbach gehörte der Deutschen Bahn. Der unbefestigte Platz wird vor allem als Parkplatz für Passagiere der Bahn oder Ausflügler genutzt. Einige Bänke unter den Schatten spendenden Kastanienbäumen laden zum Verweilen ein. Im August hatte die Deutsche Bahn das Gelände auf ihrer Internetplattform zum Verkauf angeboten. Gemeldet hatte sich ein Geschäftsmann aus St. Ingbert. Er hat auch den Zuschlag bekommen.

Emotionen kochten hoch

Die Angelegenheit spielte sich mehr oder weniger hinter den Kulissen ab, auch die Ortsvorsteherin Petra Steinbach war von diesem Schritt völlig überrascht worden. In der Ortsratssitzung im September waren die Emotionen hochgekocht, weil vor allem die Anlieger ein ungutes Gefühl beschlich. Die Anwohner fragten sich: Was wird der neue Eigentümer wohl planen? Wie wird er das Gelände nutzen? Echauffiert hatte sich auch die Ortsvorsteherin, die die sich von der Bahn eine vorherige Auskunft zu dem Vorhaben gewünschte hätte. Erst von einer Anwohnerin musste sie erfahren, dass das Areal veräußert wird.

In der Ratssitzung wurde überlegt, ob es noch eine Lösung gebe. Ein Ratsmitglied meinte sich zu erinnern, dass der Ortsrat vor etwa 20 Jahren beschlossen hatte, den Grünstreifen mit einer Veränderungssperre zu belegen. Auf diese Weise, so sei seiner Erinnerung nach die Idee gewesen, könnte der Ortsteil das Bahngelände nach eigenem Ermessen nutzen, wenn die städtebauliche Entwicklung einmal vorangetrieben werden sollte. Doch diese Option hat sich nun zerschlagen. Der Ortsrat habe seinerzeit keinen „verbindlichen Beschluss gefasst“, sondern lediglich eine Empfehlung abgegeben, teilte Stadtpressesprecher Uwe Brengel auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Außerdem hätte der Stadtrat die Entscheidung treffen müssen. Doch das geschah offensichtlich nicht.

Ortsrat stimmte gegen Verlängerung von Pachtvertrag mit der Bahn

Im Gegenteil – die Geschichte nahm einen noch unglücklicheren Verlauf. Im Jahr 2012 lief laut Brengel der mit der Deutschen Bahn am 1. Oktober 1978 geschlossene Pachtvertrag über den Grünstreifen aus. Die Verlängerung des Pachtvertrags sei dann auch Thema im Niederwürzbacher Ortsrat gewesen. Brengel: „Dieser sah jedoch zu diesem Zeitpunkt keinen Bedarf mehr und stimmte gemäß dem Beschluss vom 11. Dezember 2012 gegen eine Verlängerung.“ Dieser Schritt ist nun dem Ortsrat, den Niederwürzbachern insgesamt und den Anliegern am Bahnhof insbesondere auf die Füße gefallen.

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