Neunkirchen / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Vergewaltigt und getötet: Fall von „Aktenzeichen XY“ vor Gericht

Wenige Tage nach dem Mord wurde die Tat in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ thematisiert. Unser Foto zeigt den Mod
Wenige Tage nach dem Mord wurde die Tat in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY ... ungelöst« thematisiert. Unser Foto zeigt den Moderator der Sendung, Rudi Cerne.

Er soll eine 69 Jahre alte Frau in Neunkirchen vergewaltigt und getötet haben. Nachdem das Verbrechen bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ thematisiert wurde, hatten die Beamten einen mutmaßlichen Täter festgenommen. Ab Mittwoch, 13. März, muss er sich vor dem Saarbrücker Landgericht verantworten.

Ziemlich genau vor einem halben Jahr, im September 2023, habe sich die 69-jährige Gabriele M. von ihrem Heimatort Schiffweiler mit ihrem E-Bike nach Neunkirchen aufgemacht. Sie wollte ihr Enkelkind von der Schule abholen, kam dort aber nie an. Laut den Ermittlungen sei die Seniorin auf einem Radweg vermutlich zufällig auf einen 61 Jahre alten Mann getroffen, der sie im Neunkircher Stadtteil Sinnerthal vergewaltigt und getötet haben soll. Die Todesursache soll laut Staatsanwaltschaft Gewalteinwirkung gegen den Hals gewesen sein.

Zwei Tage später fanden Polizeibeamte eine teilweise entkleidete Leiche in einem Bach in der Nähe der Kläranlage Sinnerthal. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich bei der Leiche um die 69-jährige Gabriele M. handelt. Die Polizei hatte eine eigene Mordkommission eingerichtet, die ermittelte. Zuvor war Gabriele M. als vermisst gemeldet worden. Ihr Handy und Fahrrad hatte die Polizei ganz in der Nähe des Bachs gefunden.

DNA-Spur führte zum Tatverdächtigen

Die Fahndung nach dem Täter lief auch einige Tage nach dem Leichenfund ins Nichts. Bis der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vorgestellt wurde. Einige Hinweise von Zeugen waren während und nach der Ausstrahlung eingegangen. Letztlich habe die Ermittler eine DNA-Spur zu dem 61-jährigen Verdächtigen geführt. In der Nacht nach der Sendung wurde er in der Wohnung einer Bekannten im Landkreis St. Wendel festgenommen. Er sei im Kreis Neunkirchen gemeldet und auch schon mehrfach wegen Sexualdelikten vorbestraft. Nachdem er zwölf Jahre hinter Gitter saß und sich anschließend in Sicherheitsverwahrung befand, kam er vor vier Jahren auf Bewährung wieder auf freien Fuß. Auch dank der positiven Prognose eines psychologischen Gutachtens.

Auch 1991 war er zu dreieinhalb Jahren, und 1997 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zu der Tat geäußert hatte sich der Verdächtige nicht. Beim Landgericht sind insgesamt sieben Verhandlungen angesetzt.

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