Homburg / Saarbrücken Unikliniken bereiten sich auf viele neue Corona-Patienten vor

 Schon seit Längerem müssen Patienten beim Betreten der Notaufnahme an den Homburger Unikliniken ein Schleusenzelt passieren.
Schon seit Längerem müssen Patienten beim Betreten der Notaufnahme an den Homburger Unikliniken ein Schleusenzelt passieren.

Wegen steigender Fallzahlen hat die Landesregierung eine neue, strengere Corona-Verordnung für das Saarland erlassen. Das verschärfte Regelwerk mit strikten 2G- beziehungsweise 3G-Regeln tritt am Samstag, 20. November, in Kraft.

Die neuen Corona-Regeln im Saarland sollen vorerst bis Freitag, 3. Dezember, gelten. Wie das Saarbrücker Gesundheitsministerium am Freitag, 19. November, bekanntgab, dürfen Organisatoren von Freiluftveranstaltungen und Märkten zwischen der 3G-Regel (geimpft, genesen oder aktuell getestet) und einer Maskentragepflicht wählen. In Innenräumen, zum Beispiel in Restaurants, gilt nun grundsätzlich 2G (nur Geimpfte und Getestete werden eingelassen). Dies wird in Clubs und Diskotheken, wo das Infektionsrisiko höher sei, durch eine zusätzliche Testpflicht ergänzt (2G plus).

Die saarländischen Schulen und Hochschulen kehren zur Maskenpflicht zurück. Besucher dürfen an Schulveranstaltungen in Innenräumen nur mit 2G-Nachweis teilnehmen. Für außerschulische Bildungsangebote wie Fahrschulen und Erste-Hilfe-Kurse gilt 3G. Für Bildungsveranstaltungen mit höherem Risiko – genannt wird hier „künstlerischer Unterricht“ – gilt das strengere 2G. Ausgenommen von den verschärften 2G- und 3G-Regeln im Saarland sind Kinder bis sechs Jahre sowie ältere Kinder, die in Schule oder Kita regelmäßig getestet werden und dies auch nachweisen können. Außerdem Personen, die sich aus medizinischen Grünen nicht impfen lassen dürfen.

Uniklinikum Homburg: Noch keine Triage

„Wir sind definitiv noch nicht in einer Triage-Situation“, meldet sich Jennifer Diedler zu Wort, die Ärztliche Direktorin des Homburger Uniklinikums. Man sei dort also noch nicht gezwungen, eine Auswahl zu treffen, welche Patienten behandelt werden können und welche nicht. „Die Vorbereitung auf alle Eskalationsstufen ist im Rahmen einer Pandemie ein Planungsstandard“, sagt Diedler. „Ziel all unserer Anstrengungen ist es, dass diese Situation erst gar nicht eintritt. Hierzu kann auch jeder Einzelne beitragen, indem er sich impfen lässt und die Vorsichtsmaßnahmen einhält.“

Vorstand und Krisenstab des Homburger Uniklinikums hätten inzwischen neue Maßnahmen zur Versorgung der Covid-Patienten vorbereitet. Man bereite sich darauf vor, im Haus eine weitere Zunahme an Erkrankten zu bewältigen. „Aktuell haben wir unseren Corona-Versorgungsplan aktualisiert und bereiten entsprechende Personalverschiebungen in die Covid-Bereiche vor, um im Bedarfsfall sofort handlungsfähig zu sein.“ Man müsse aber auch weiterhin die Versorgung jener Patienten gewährleisten, die nicht wegen einer Covid-Erkrankung in die Unikliniken eingeliefert werden. Hierfür, so Jennifer Diedler, habe man eine „verlässliche Ressourcenplanung“ erstellt.

Wie die Ärztliche Direktorin erläutert, soll sich am Homburger Klinikum ein dreistufiger „allgemeiner Corona-Stufenplan“ an der „pandemischen Belastung“ des Krankenhauses orientieren. „Berücksichtigt werden die Zahlen der Covid-Patienten und weiterer Intensivpatienten im Verhältnis zu den verfügbaren personellen Ressourcen.“ Noch stünden die Unikliniken auf „Stufe zwei“. Doch die Lage auf den Intensivstationen sei – wie in vielen Häusern in Deutschland – „aufgrund des Pflegemangels schon seit Längerem angespannt“.

Ab sofort 3G im Fußballstadion

In saarländischen Fußballstadien – zum Beispiel beim Regionalliga-Heimspiel des FC Homburg am Samstag, 20. November, 14 Uhr, gegen die SV Elversberg – gilt ab sofort für alle Besucher die 3G-Regel. Zutritt haben nur noch vollständig Geimpfte, Genesene und Getestete, jeweils mit Nachweis. In Stadion-Innenräumen wie VIP-Lounges gilt die 2G-Regelung. Weil dies alles am Eingang kontrolliert wird, gilt im Stadion und den Innenräumen keine Maskenpflicht.

Tobias Hans: Die Lage verschärft sich

„Im Saarland ist die Lage noch nicht so dramatisch wie während der zweiten Welle oder wie es andernorts der Fall ist“, meint Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Doch auch an der Saar sei in den vergangenen Tagen die Zahl der Neuinfektionen „so steil angestiegen, dass das eine deutliche Verschärfung der Pandemie-Lage in den kommenden Wochen verheißt“.

65.000 Booster-Impfungen im Bundesland

Daher würden ab Samstag, 20. November, die Schutzvorschriften verschärft. Unabhängig von der Hospitalisierungsrate werde im Saarland „in zahlreichen Bereichen die 2G-Regel und in Clubs und Diskotheken die 2G-plus-Regel“ eingeführt. „Wir werden das in Zukunft sehr viel strikter kontrollieren und bei Verstößen den Bußgeldrahmen voll ausschöpfen“, sagt Tobias Hans und kündigt „eine massive Booster-Kampagne“ im Bundesland an.

Laut Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) rangiert das Saarland bei den Booster-Impfungen mit rund 65.000 verabreichten Spritzenunter den ersten Fünf der deutschen Bundesländer. Bis Jahresende würden 420.000 Saarländer einen Anspruch auf den „Booster“ haben. Neben 500 Arzt- sowie 24 Schwerpunktpraxen werde das landesweite Angebot durch 14 mobile Impfteams unterstützt. Die Impfzentren in Neunkirchen und Saarlouis sollen am 1. Dezember wieder aufmachen; das Impfzentrum auf dem alten Saarbrücker Messegelände soll im Januar 2022 in verkleinertem Umfang folgen.

Dossier: Die neuen Corona-Vorschriften im Saarland

2G in Innenräumen

Die 2G-Regel (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene) gilt im Saarland jetzt in Innenräumen ...

  • bei Veranstaltungen im Innenbereich
  • in Schwimmbädern, Freizeitparks, Spielhallen, beim Sport, Museen, Theater, Kinos usw.
  • bei körpernahen nichtmedizinischen (auch Friseurbesuche) sowie körpernahen therapeutischen Dienstleistungen
  • in der Gastronomie (Ausnahme: das Abholen von Speisen ist ohne 2G erlaubt, dann aber mit Maske)
  • bei Hotelübernachtungen
  • bei sexuellen Dienstleistungen sowie im Prostitutionsgewerbe

2G plus in Innenräumen

2G plus (Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen aktuellen Test vorweisen müssen) gilt im Saarland ab sofort in Innenräumen ...

  • in Clubs und Diskotheken
  • für Besuche in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Rehakliniken
Wo 3G jetzt noch genügt

Die neue saarländische Landesverordnung sieht weiterhin die 3G-Regel (Zutritt für Geimpfte und Genesene sowie für aktuell negativ Getestete) im Außenbereich und in Ausnahmefällen im Innenbereich vor.

  • Wer Freiluft-Veranstaltungen wie etwa Weihnachtsmärkte organisiert, darf zwischen 3G oder Maskenpflicht wählen.
  • beim Präsenzbetrieb an Hochschulen gilt Maskenpflicht zusätzlich zu 3G. Maskenpflicht besteht dort in allen geschlossenen Räumen.
  • in Schulen zum Elterngespräch

    bei standesamtlichen Trauungen

x