Saarbrücken
Start für deutsch-französisches Testzentrum
„Das war für einen Kaltstart richtig gut“, sagte der Betreiber Thilo Ziegler am Dienstagmorgen. Von Haus aus Konzertveranstalter, hat sich Ziegler in Corona-Zeiten auf den Aufbau von inzwischen vier Testzentren verlegt. „Es ist der erste Tag, und es hat sich schon eingependelt“, freut er sich. Ziegler schaut zu, wie die Autos in zwei Kolonnen durch die Zelthalle fahren. Dort werden den Fahrerinnen und Fahrern im Minutentakt Abstriche entnommen.
Prozedur wiederholt sich jeden zweiten Tag
Die Stimmung scheint recht gut zu sein, auch bei den Getesteten. Der Lothringer Jean-Luc Wiener, der im Saarland als Rohrleitungsbauer arbeitet, ging am Premierentag zu Fuß durch die Teststrecke: Sein Lieferwagen passte nicht in die Halle. Wiener brauchte 30 Minuten. „Ich kann es ja nicht ändern. Natürlich nervt es ein wenig, aber es hat funktioniert und auch nicht wehgetan.“
Dass er diese Prozedur jetzt jeden zweiten Tag über sich ergehen lassen muss, findet er anstrengend. Er würde sich wünschen, dass das Test-Zertifikat länger als 48 Stunden gilt.
Raffael Pfeffer, ebenfalls ein französischer Pendler, hat Probleme mit den Öffnungszeiten. Sein Arbeitstag beginne um 5 Uhr, das neue Testzentrum öffnet aber erst um sechs. Am Dienstag hatte Pfeffer extra einen Tag frei, um den Test zu erledigen. Auch er würde sich eine etwas längere Gültigkeit der Bescheinigung wünschen.
Eigene Durchfahr-Linie für die Angemeldeten
Holger Neubert von der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, der das Testzentrum geplant und zusammen mit dem Technischen Hilfswerk und privaten Dienstleistern errichtet hat, zeigt sich zufrieden. Nach seinen Worten haben die meisten Ankömmlinge einen festen Testtermin: „Für die gibt’s eine eigene Linie zum Durchfahren.“ Wer unangemeldet kommt, muss sich anstellen. Um 8 Uhr waren am 2. März aber beide Reihen gleich lang. „Wir schaffen momentan 100 Tests in der Stunde, und die sind kostenlos“, erläutert Neubert. Wer getestet wird, muss eine Selbsterklärung ausfüllen und einen Grund angeben, warum er aus Frankreich nach Deutschland reist. Überprüft werden diese Angaben im Zentrum nicht.
Hintergrund: Pendler müssen Test vorweisen
Grenzpendler – Deutsche wie Franzosen – müssen seit Dienstag, 2. März, bei der Einreise aus Frankreich einen negativen Corona-Test mit sich führen, der nicht älter ist als 48 Stunden. Die Bundespolizei kontrolliert dies in den grenznahen saarländischen Regionen stichprobenartig. Der grenzüberschreitende Personennahverkehr mit Bus und Bahn zwischen dem Saarland und den benachbarten Lothringer Regionen Metz, Saargemünd, Forbach und Bitsch wurde vorerst ausgesetzt.
Jetzt vier Impfzentren im Saarland
Am Dienstag, 2. März, hat die Bundeswehr derweil ein eigenes Corona-Impfzentrum in ihrer Graf-Haeseler-Kaserne in Lebach in Betrieb genommen. Das Zentrum, das auf Antrag des saarländischen Gesundheitsministeriums errichtet wurde, ist das vierte im Saarland und ergänzt die drei schon bestehenden Einrichtungen auf dem alten Saarbrücker Messegelände, in Saarlouis und im ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Neunkirchen-Sinnerthal. Letzteres firmiert als „Impfzentrum Ostsaar“ und wird gemeinsam von und für die Landkreise Neunkirchen, St. Wendel und Saarpfalz-Kreis betrieben.
Ziegler bietet seine Tests an vier Orten an
Der Konzertveranstalter Thilo Ziegler („Rocco del Schlacko“), der das Deutsch-Französische Testzentrum organisiert hat, betreibt im Saarland noch drei weitere Zentren in St. Wendel (altes Bosenbachstadion), im Filmhaus Saarbrücken und in Saarlouis. Dort werden PCR-Tests angeboten, wie man sie bei der Einreise nach Frankreich vorweisen muss.
Bundeswehr hilft saarländischen Gesundheitsämtern
Inzwischen werden die saarländischen Gesundheitsämter von der Bundeswehr mit bis zu 71 Soldaten und zivilen Mitarbeitern beim Impfen unterstützt. Insgesamt 124 Soldaten wurden zum Nachverfolgen von Kontakten abgestellt, 161 weitere Soldaten helfen in den saarländischen Alten- und Pflegeheimen. Bis zu 40 zusätzliche Uniformierte werden am Corona-Testzentrum auf der alten Saarbrücker Messe sowie landesweit in sechs mobilen Teams eingesetzt.
Info
- Saarländer können ihre Impftermine unter www.impfen-saarland.de oder telefonisch unter 0681/501-4422 oder 0800/999-1599 vereinbaren – und zwar montags bis sonntags jeweils zwischen 7 und 20 Uhr.
- Das Corona-Infotelefon des Saarpfalz-Kreises in Homburg ist montags bis freitags von 8 bis 15.30 Uhr unter 06841/104-7306 besetzt.