Saarbrücken / Neunkirchen / Niederbexbach RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtautobahn überflutet, Keller voll, Hallendach in Gefahr

Die Autobahn 620 bei Saarbrücken wurde von den Wassermassen überschwemmt.
Die Autobahn 620 bei Saarbrücken wurde von den Wassermassen überschwemmt.

Die Polizei berichtet von rund 50 Einsätzen wegen des Unwetters allein am Mittwoch. Etliche Straßen wurden überschwemmt.

[Aktualisiert 15.37 Uhr] Überflutete Straßen, über Stunden anhaltender Starkregen, und heftige Sturmböen hielten Polizei und Feuerwehr auch am Mittwoch auf Trab. Bis zum Mittwochmittag meldete die Polizei 50 unwetterbedingte Einsätze im Saarland, in den letzten zwei Tagen sollen es insgesamt knapp 200 gewesen sein. Der Wetterdienst gab amtliche Warnungen wegen des Starkregens und der heftigen Sturmböen heraus. Die Warnung gilt bis zum Donnerstagabend. Der Wetterdienst rechnet in dieser Zeit mit Niederschlagsmengen zwischen 50 und 80 Litern pro Quadratmeter. Auch vor Erdrutschen wird gewarnt.

Auch an der Saar müsse man mit einem erhöhten Wasserstand rechnen, so der Wetterdienst. Er sagte, wegen der aktuellen Vorhersagen könnte die Hochwasserlage bis zum Wochenende andauern. So hatte der Starkregen die an der Saar gelegene Saarbrücker Stadtautobahn überflutet. Die Kanaleinläufe waren verstopft, sodass das Wasser nicht ablaufen konnte. Auch die Landstraßen 145 zwischen Schattertriesch und Limbach und die 149 zwischen Nonnweiler und Kostenbach waren am Mittwoch wegen Überflutungen gesperrt.

Historische Villa und weitere Gebäude evakuiert

Wegen der Regenmassen war es am Mittwoch auch zu einem Erdrutsch in Saarbrücken gekommen, der eine Stützmauer zusammenstürzen ließ. Die Trümmer blockierten die Denkmal- und Petersbergstraße in der Landeshauptstadt. Zwei Autos wurden durch die fallenden Steine beschädigt. Eine im Hang errichtete historische Villa in der Denkmalstraße und zwei Gebäude in der Petersbergstraße mussten evakuiert werden, beide Straßen wurden wegen der Einsturzgefahr gesperrt. Experten der Bauaufsicht und der Feuerwehr rückten an und untersuchten den Schaden. Man werde den Hang vermutlich mit Folie abdecken, um weitere Auswaschungen zu verhindern, sagten die Fachleute.

Blies überflutet Keller in Neunkirchen

In Neunkirchens größtem Stadtteil Wiebelskirchen an der Mündung der Blies und im Stadtteil Hangard liefen Keller voll. Die Neunkircher Feuerwehr war vor Ort, um das Wasser abzupumpen. Sie hielt wegen der Überflutungsgefahr den ganzen Tag über ein Auge auf die Blies.

Hallendach drohte, einzustürzen

In Niederbexbach sammelte sich so viel Wasser auf dem Dach des Logistikzentrums von Möbel Martin, dass die Decke beschädigt wurde. Das Dach drohte, einzustürzen. Die Feuerwehr und der Technische Hilfsdienst (THW) waren vor Ort. Bauexperten des THW nahmen die Halle in Augenschein, und die Feuerwehr prüfte das Gebäude auf mögliche Einsturzgefahr. Die Besucher des Möbelhauses sind laut einem Sprecher der Lagezentrale der Polizei aber nicht betroffen gewesen.

Hochwasserwarnungen auf dem Handy

Auch in der Innenstadt von Ottweiler im Landkreis Neunkirchen wurde eine Hochwasserwarnung herausgegeben. Über die wurden die Bürger am Mittwochmorgen per Handy informiert. Betroffen waren die Ottweiler Altstadt, die Burgmühle, die Schlossstraße, die Martin-Luther-Straße und die Saarbrücker Straße. Ein zentrales Sandsacklager, um die Wassermassen so gut es geht zu bremsen, wurde auf dem Weylplatz errichtet. Gegen Mittag hatte sich die Lage weitgehend wieder entspannt.

Schon in der Nacht zum Mittwoch hatte die Polizei rund 35 Einsätze wegen des Unwetters im ganzen Saarland gemeldet. Hauptsächlich seien Polizei und Feuerwehr wegen umgestürzter Bäume und Überschwemmungen ausgerückt, berichteten diese.

Durch die Wassermassen stürzten in Saarbrücken Teile einer Mauer auf zwei Autos.
Durch die Wassermassen stürzten in Saarbrücken Teile einer Mauer auf zwei Autos.
Feuerwehr und THW sicherten ein Hallendach in Niederbexbach.
Feuerwehr und THW sicherten ein Hallendach in Niederbexbach.
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