Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt plant denkmalgerechte Generalsanierung der Alten Brücke

Die Alte Brücke überspannt die Saar in der Landeshauptstadt.
Die Alte Brücke überspannt die Saar in der Landeshauptstadt.

Die Alte Brücke über die Saar, eine der ältesten steinernen Brücken in Deutschland, soll denkmalgerecht saniert werden. Von 1546 und 1549 auf Wunsch Kaiser Karls V. errichtet, musste das Bauwerk nach dem Zweiten Weltkrieg die Amputation eines Stücks seiner Originalsubstanz verkraften, als in Saarbrücken die Stadtautobahn gebaut wurde.

Nach Angaben von Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) könnten die Bauarbeiten nach Abschluss der europaweiten Ausschreibung im Jahr 2023 beginnen. Die Fertigstellung werde für Ende 2026 erwartet. Inklusive Vorplanung wolle man das Projekt binnen sechs Jahren umsetzen.

Laut Georg Breitner, Leiter des Landesdenkmalamts, soll in Saarbrücken einst ein Hochwasser eine Reise Kaiser Karls nach Frankreich aufgehalten haben. Daraufhin habe der Regent den Brückenbau angeordnet. Heute ist die Alte Brücke ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen. Breitner: „Die umfassende bautechnische Sanierung ist dringend notwendig.“

Das Vorhaben umfasst den historischen Brückenbereich von der Straße Am Stadtgraben im Stadtteil St. Johann quer über Saar und Autobahn bis zum unteren Schlossplatz in Alt-Saarbrücken.

Der unpassende „Kummersteg“ soll weg

Vor allem soll der unschöne Stahlsteg entfernt werden, der beim Bau der Stadtautobahn anstelle des eigens abgerissenen Original-Endstücks der Brücke installiert wurde. Dieser sogenannte „Kummersteg“ soll einem „Ersatzbauwerk“ weichen. Die Sandsteinkonstruktion der Alten Brücke werde denkmalgerecht aufgearbeitet, die Tragwerkskonstruktion verstärkt. Die mit Kopfsteinpflaster belegte Brücken-Oberfläche soll durch anderes Material barrierefrei werden.

„Die Würde zurückgeben“

Durch nicht immer gelungene Modernisierungen, Hochwasserschäden, Kriege und beim Bau der Stadtautobahn wurde das Erscheinungsbild der Brücke immer wieder verändert. Der Oberbürgermeister: „Mit der denkmalgerechten Sanierung wollen wir das Bauwerk sichern und ihm ein Stück seiner Würde zurückgeben.“ Angrenzende Bereiche am Staatstheater, am Stadtgraben und am unteren Schlossplatz würden in diesem Zusammenhang verschönert, „sodass insgesamt die Verbindung zwischen dem St. Johanner Markt und dem Schloss attraktiver wird“, so Conradt.

Mehrere Partner sollen sich an Finanzierung beteiligen

Die Umbaupläne sollen in einem städtebaulichen Wettbewerb bis Mitte 2022 erstellt werden. Die Resultate des Wettbewerbs werde man öffentlich vorstellen. Conrad: „Wer den ersten Platz belegt, erhält den Planungsauftrag für das Gesamtvorhaben.“

An der Finanzierung würden das Saarland und der Bund über ein Städtebauförderprogramm sowie die Denkmalbehörde beteiligt. Mit im Boot seien mit Blick auf die Verteilung der Baulasten die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sowie die Autobahn GmbH.

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