Saarbrücken
Sommerstraßen: Spielen statt Autos bald in ganz Saarbrücken?
Vor knapp einer Woche ist die letzte Aktion auf den Sommerstraßen über die Bühne gegangen. Vom 1. August bis zum 2. September hatte die Stadt das Projekt im Nauwieser Viertel initiiert. Die Idee dahinter: In der Försterstraße und der Cecilienstraße waren während der Aktion Autos tabu, dafür aber jeden Tag verschiedene Aktionen wie Kochen, Spielen, Sportaktivitäten, Grillen oder Musik am Start.
Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) bezeichnete die Sommerstraßen als Pilotprojekt. Das lief aber gut an. Sogar so gut, dass die Grünen- und SPD-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat fordern, das Projekt auf alle Stadtteile der saarländischen Landeshauptstadt auszudehnen. „Die Sommerstraßen müssen der Auftakt für eine echte und dauerhafte Verkehrsberuhigung im Nauwieser Viertel sein“, fordert Sascha Haas, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, der selbst im Viertel wohnt. Im kommenden Verkehrsausschuss möchte die SPD deshalb über die Erfahrungen der letzten sechs Wochen diskutieren – und wie diese helfen könnten, das Viertel vom Durchgangsverkehr zu befreien.
Grüne Fraktionschefin: „Sommerstraßen sollte es künftig in allen Stadtbezirken geben“
Die Grünen finden, mit den Sommerstraßen seien Menschen aus allen Altersgruppen angesprochen worden. Die Straßen als Treffpunkt zu etablieren, habe außerdem dazu beigetragen, das Gemeinschaftsgefühl der Bürger zu stärken.
Die SPD sieht die Nauwieserstraße mit dem Spielplatz, dem Max-Ophüls-Platz und der Kindertagespflege fürs Projekt als geeigneter an. Damit würde man der ursprünglichen Idee gerecht, „Kindern mehr Raum zum sicheren Spielen zu geben“, so Patrick Kratz. Haas möchte den Blick auch über das Nauwieser Viertel hinaus richten: „Warum sollte die Idee einer temporären Straßensperrung nicht auch in anderen, kinderreicheren Stadtteilen ausprobiert werden?“
In dieselbe Kerbe schlagen auch die Grünen. Fraktionschefin Jeanne Dillschneider findet: „Sommerstraßen sollte es künftig in allen Stadtbezirken geben.“ Die Kommunikation mit der Nachbarschaft müsse aber verbessert werden, meint Haas. Nicht alle seien mit der Umsetzung der Sommerstraßen und den Kontrollen durch das Ordnungsamt zufrieden gewesen. Jetzt müssten Gespräche mit den Anwohnern folgen. „Ohne Akzeptanz in der Nachbarschaft kommen wir nicht weit.“