Neunkirchen / Sankt Ingbert RHEINPFALZ Plus Artikel Schwere Unwetter am Montagabend und Dienstagnachmittag

Die überflutete St. Ingberter Schlachthofstraße.
Die überflutete St. Ingberter Schlachthofstraße.

St. Ingbert entpuppte sich als Schwerpunkt des jüngsten Unwettergeschehens im Saarland. Allein dort rückte die Feuerwehr in einer einzigen Nacht zu über 70 Einsätzen aus. Auch Homburg-Erbach und Limbach waren betroffen.

Wie berichtet, hatte St. Ingbert mit seinen Stadtteilen unter dem schweren Gewittersturm mit Starkregen am späten Montagabend, 21. Juni, gegen 23 Uhr besonders zu leiden. Die Feuerwehr muste bis Dienstagfrüh mehr als 70 Einsätze ableisten, bilanziert ihr Sprecher Florian Jung. „Die Wassermassen sorgten bei uns für viele Überflutungen am Großbach und in tiefer liegenden Bereichen.“ In der St. Ingberter Innenstadt, in Rohrbach und Rentrisch wurden Keller geflutet; die Brühe stand dort nach Jungs Worten 30 bis 50 Zentimeter hoch. „Schwerpunkte der Überflutung waren die Ludwig-, Post- und Saarbrücker Straße.“ Im Stadtkern verwandelte der angeschwollene Großbach wichtige Verkehrsachsen wie die Schlachthof- und die Saarbrücker Straße in Wasserflächen. Auf einem Parkplatz in der Poststraße wurde ein Auto weggespült, bis es unter Wasser stehend liegenblieb. „Die Tiefgarage im sogenannten Bermuda-Dreieck stand etwa 20 Zentimeter unter Wasser“, schildert Florian Jung.

Wehr und THW bilden gemeinsame Einsatzleitung

Alle St. Ingberter Löschbezirke waren im Einsatz; im Gerätehaus neben dem Rathaus stellte die Wehr mit dem Technischen Hilfswerk (THW) eine gemeinsame technische Einsatzleitung zusammen. „Von dort aus wurden alle Einsätze im gesamten Stadtgebiet koordiniert.“ Mit Tauchpumpen und Saugern holten die Helfer das braune Nass aus den Kellern. An den Straßen wurden Kanaleinläufe gesäubert, damit das Wasser ablaufen konnte. Zahlreiche Gullydeckel und Schachtabdeckungen mussten wieder eingesetzt werden.

Im Stadtteil Hassel hat das Unwetter Ziegel vom Dach eines unbewohnten Hauses geblasen.

Gully zerstört Unterboden von Omnibus

Am Dienstag, 22. Juni, ging es für die St. Ingberter Feuerwehrleute dann weiter. Florian Jung: „Bis etwa 14.30 Uhr mussten wir weitere zehn überflutete Keller abarbeiten.“ Später dann zog ab 17 Uhr eine erneute Gewitterfront mit Hagel und Starkregen über Rohrbach, Hassel, St. Ingbert und Oberwürzbach. Jung: „In kürzester Zeit fielen so große Regenmengen, dass wir laut Messungen von einem Extrem-Ereignis sprechen müssen.“ Schon wieder wurden Straßen überflutet; Keller liefen voll. Die Feuerwehr musste bis 20 Uhr zu etwa 80 weiteren Einsätzen ausrücken, auch einige schräg stehende Bäume galt es zu fällen. „In Rohrbach beschädigte ein vom Regen gelöster Kanaldeckel einen Bus“, beschreibt Jung, wie der Bus die Metallabdeckung mehrere Hundert Meter mit sich geschleift habe. „Der Unterboden wurde beschädigt, Betriebsstoffe traten aus.“

Im Wald liegt ein verletzter Mountainbiker

Zusätzliche Aufregung erregte ein Fall, der sich zuvor am Montagabend im Ortsteil Reichenbrunn abgespielt hatte: Dort mussten die Helfer einen Mountainbiker mithilfe einer Trage liegend aus dem Wald bergen. Der Mann hatte sich bei einem Sturz mit seinem Sportrad schwer verletzt.

Neunkirchen bleibt nicht verschont

In Neunkirchen wurden Dienstagnachmittag 50 Einsätze nach Starkregen in den Stadtteilen Furpach, Kohlhof, Ludwigsthal und Wellesweiler sowie der Innenstadt gezählt.

Einsatzbilanz in Homburg und Kirkel

In Homburg wurde für die Feuerwehr bereits am Sonntagnachmittag ein vollgelaufener Keller in der Schwarzenbacher Audenkellerhofstraße zur Ouvertüre für viele Unwetter-Einsätze am Montag und Dienstag. Am Montagabend gab ein durchnässter Brandmelder im Erbacher Gartencenter Dehner Fehlalarm. Zu Wasserschäden kam es in Kellern in Erbach, Reiskirchen und Jägersburg.

Auch die Feuerwehr Kirkel, so berichtet ihr Sprecher Kai Dörner, hatte am Montag und Dienstag eine Serie an Unwetter-Einsätzen zu bewältigen. Aus mehreren Kellern in Limbach und Altstadt musste Wasser abgepumpt werden.

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