Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Saarpfalz-Kreis will Pandemie- und Katastrophenschutz weiter ausbauen

Die Notversorgungsstation in der Erbacher Schulturnhalle umfasst 100 Krankenbetten in jeweils einzeln abgetrennten Abteilen.
Die Notversorgungsstation in der Erbacher Schulturnhalle umfasst 100 Krankenbetten in jeweils einzeln abgetrennten Abteilen.

Eigentlich hatte die Verwaltung des Saarpfalz-Kreises ihr Corona-Notfalllazarett in einer Turnhalle der Gemeinschaftsschule „Neue Sandrennbahn“ in Homburg-Erbach im Oktober mangels Bedarf schließen wollen. Jetzt hat der Kreis beschlossen, an der Halle mit 100 Krankenbetten bis Ende Dezember festzuhalten.

Dies sagte Landrat Theophil Gallo (SPD) am Montagabend, 5. Oktober, am Rande einer Sitzung des Saarpfalz-Kreistages in Homburg. Die medizinisch voll ausgerüstete Station in der Erbacher Schulturnhalle wird für den denkbaren Fall bereitgehalten, dass wegen extrem steigender Coronapatientenzahlen die Bettenkapazitäten am Homburger Uni-Klinikum und am Kreiskrankenhaus St. Ingbert aus- beziehungsweise überlastet sind.

Mit Blick auf die Erfahrungen, die man bislang mit Corona gemacht hat, beschloss der Kreistag am Montag einstimmig weitere Schritte zum künftigen Umgang des Saarpfalz-Kreises mit Pandemien und Katastrophenereignissen. Die Kreisverwaltung erhielt den Auftrag, ein Konzept für den weiteren Ausbau des Krisenmanagements und Katastrophenschutzes im Landkreis zu erstellen. Im Gegenzug stellt der Kreistag die dafür erforderlichen Haushaltsgelder in Aussicht. In einem gemeinsamen Antrag lobten die Kreistagsfraktionen SPD, CDU und Grüne, dass der Saarpfalz-Kreis beim Katastrophenschutz und bei der Krisenvorsorge aber auch „heute schon gut aufgestellt“ sei. Landrat Theophil Gallo begrüßte den Antrag: „Die Pandemie wird noch länger andauern. Und wir müssen befürchten, dass sich Ähnliches in Zukunft wiederholt. Es schadet aber ganz bestimmt nichts, wenn wir in dieser Richtung noch mehr tun. Ich sehe diesen Antrag auch als Anerkennung für die gute Arbeit an, die in unserem Gesundheitsamt geleistet wird.“ SPD-Fraktionschef Esra Limbacher: „Wir müssen die richtigen Lehren aus der aktuellen Krise ziehen und uns für die Zukunft wappnen.“

Ursprünglich hatte der Antrag im Kreistag auch noch eine Forderung an die Saar-Regierung nach besserer Personalausstattung beim öffentlichen Gesundheitsdienst vorgesehen. Doch in dieser Hinsicht, so anerkannte Stefan Funk (CDU), habe die Landesregierung in den vergangenen Tagen bereits die gewünschten Signale gesendet.

Krisenhilfe für Busfirmen

Wie vielen anderen Wirtschaftszweigen auch, hat die Pandemie nicht zuletzt dem öffentlichen Nahverkehr und den Busunternehmen zugesetzt, die ihn betreiben. Im Saarland gibt die Landesregierung daher Corona-Hilfsgelder in Millionenhöhe an die Busbetriebe weiter, die das Land zu diesem Zweck vom Bund erhalten hat. Vorgesehen ist, dass den Busfirmen die Mindereinnahmen bei den Fahrgeldern ausgeglichen werden, die sie pandemiebedingt zwischen dem 1. März und 31. Dezember 2020 zu beklagen haben. Der Saarpfalz-Kreis als Aufgabenträger beantragt beim Land jetzt die entsprechenden Gelder für die Bruttoverträge, die es mit den Busunternehmen für Linienbündel wie Homburg, St. Ingbert, Zweibrücker Umland und Pfälzer Bergland Süd geschlossen hat. Einen Ausgleich gibt es auch für die Firmen Feld und Gassert (Bliesgauverkehr), die den Stadtbus „Dolmusch“ in Blieskastel unterhalten.

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