Neunkirchen / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Saarländische Zoos und Tierparks dürfen vor dem Monatswechsel nicht mehr öffnen

Seehundfütterung in der Robbenbucht des Neunkircher Zoos.
Seehundfütterung in der Robbenbucht des Neunkircher Zoos.

Seit Montag, 20. April, dürfen Zoos und Tierparks in Rheinland-Pfalz wieder öffnen. Anders sieht die Rechtslage im Saarland aus: Dort müssen Einrichtungen wie die Zoos in Neunkirchen und Saarbrücken weiterhin geschlossen bleiben. Dagegen regt sich Widerstand in den Rathäusern der betroffenen Gemeinden. Doch vor dem 3. Mai wird sich an der Situation wenig ändern.

„Wir halten die Öffnung unserer Zoos und Tierparks für möglich und notwendig – natürlich mit entsprechenden Einschränkungen“, wenden sich die Bürgermeister der betroffenen Saar-Kommunen in einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit. Uwe Conradt (CDU) und Jörg Aumann (SPD), die Oberbürgermeister der beiden Zoo-Städte Saarbrücken und Neunkirchen, verweisen auf die Weitläufigkeit der Tierparks: „Dort die Abstandsgebote einzuhalten, ist genauso problemlos möglich wie bei den bisher schon erlaubten Spaziergängen in Parks und Wäldern.“ Aumann und Conradt fordern eine Zoo-Öffnung, bei der „die Besucherströme gemanagt, kontrolliert und entzerrt“ werden. Hallengehege wie Reptilien- und Elefantenhäuser würden vorerst geschlossen bleiben, Vorführungen und geführte Touren weiter ausfallen.

„Uns geht es darum, den Menschen und insbesondere Familien mit Kindern einen schönen Zoobesuch zu ermöglichen und einem ,Lagerkoller’ entgegenzuwirken“, sagen Conradt und Aumann in ihrer Stellungnahme.

Gespanntes Warten auch in Freisen

Auch Karl-Josef Scheer (SPD), Bürgermeister von Freisen bei St. Wendel, wünscht die baldige Öffnung der Einrichtungen im Saarland. In Freisen befindet sich ein Naturwildpark, den die Familie Broszeit privat betreibt. „Was für die Rheinland-Pfälzer möglich ist, sollte auch im Saarland möglich sein“, meint Scheer. „Unsere saarländischen Parks sind so weitläufig, dass es unwahrscheinlich ist, dass es zu großen Menschenansammlungen auf engstem Raum kommt.“ Ins gleiche Horn stößt Marcus Hoffeld (CDU), Bürgermeister der Stadt Merzig. Dort sind der Merziger Tierpark und der von der verstorbenen Naturforscher-Legende Werner Freund gegründete Wolfspark ansässig. In beiden Parks, findet Hoffeld, könne man die Abstandsregeln gut einhalten.

Landesregierung macht wenig Hoffnung

Die saarländische Landesregierung, so deren Sprecherin Gabriele Kümmel am Dienstag, 21. April, auf Anfrage, hatte am 16. April die Ausgangsbeschränkungen im Bundesland bis zum 3. Mai verlängert. „Davon sind auch Zoos und Tierparks betroffen. Das heißt, sie bleiben bis mindestens 3. Mai geschlossen.“ Die Regierungssprecherin verweist auf weitere Konferenzen von Bund und Ländern, die für die kommende Woche geplant seien: Dort werde man sich bundesweit „erneut abstimmen und auf Basis der Entwicklung der Infektionszahlen prüfen, ob Anpassungen oder Erleichterungen möglich sind“.

Am gleichen Dienstag rief die Saarbrücker Grünen-Stadtratsfraktion die Saar-Regierung auf, für die Zoos einen „Rettungsschirm“ aus Soforthilfen aufzulegen, um die Einnahmeverluste der Einrichtungen auszugleichen.

Vorerst bleibt den Bürgermeistern aller vier Saar-Gemeinden mit Tier- und Wildparks also nichts anderes übrig, als an ihre Landesregierung zu appellieren, „den Menschen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, denn viele besuchen die Parks regelmäßig und vermissen die Tiere“. Karl-Josef Scheer und Marcus Hoffeld sind sich darin einig, dass bei einer möglichen Öffnung in ihren Kommunen auch weiterhin Führungen durch die Parks oder Vorführungen in den

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