Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Saarbrücker Zoo feiert 90. Geburtstag

Die Berggorillas sind bei den Besuchern sehr beliebt. Eines der vier Artenschutzprogramme des Zoos beinhaltet auch die Affen-Art
Die Berggorillas sind bei den Besuchern sehr beliebt. Eines der vier Artenschutzprogramme des Zoos beinhaltet auch die Affen-Art.

Obgleich Corona seinen Schrecken verloren hat, feiert der Saarbrücker Zoo seinen 90. Geburtstag nicht mit einem großen Fest. Dafür gibt es kleinere Veranstaltungen, die kurzfristig angekündigt werden.

Das Jahr 2022 ist nicht nur wegen seines 90. Geburtstags für den Zoo von großer Bedeutung. Es ist auch das letzte Jahr unter der Leitung seines Direktors Richard Francke, der seine spätere Wirkungsstätte erstmals 1992 betrat; damals noch als Tierarzt. Francke war damit, mit Unterbrechungen, dem Zoo über 30 Jahre hinweg verbunden. Direktor ist er hier seit 2007.

Damals habe er eine Aufbruchsstimmung vorgefunden, die sich auf sein gesamtes Team verbreitet hatte. 2012, nach dem 80. Zoo-Geburtstag, hat dessen Umgestaltung begonnen. „Das hat Spaß gemacht und war für uns alle erfolgreich“, blickt der zukünftige Pensionär auf ein bewegtes Jahrzehnt zurück. In diesem wurde ein neues Seehundbecken angelegt, eine Pinguinanlage gebaut und eine Außenanlage für die Gorillas eröffnet. Für die kleinen Besucher gab es einen Spielplatz und es wurde ein moderner Eingangsbereich mit Zoo-Shop geschaffen. „Damit haben wir einen Investitionsstau abgebaut und das war notwendig, um den Zoo wieder zeitgemäß zu machen“, erinnert sich Francke.

Direktor: „Das Tier steht immer im Mittelpunkt“

Es sei auch gelungen, Besucher wieder stärker anzuziehen. „Ab Mitte der 70-er Jahre hatten alle Zoos ein Tief. Denn da kamen nur noch Eltern mit Kleinkindern, oder ältere Leute. Es gab ja mal Spruch: Der Mensch geht dreimal im Leben in den Zoo. Wenn er Kind ist, wenn er Kinder hat und wenn er seine Enkel ausführt.“ Das habe sich in den letzten zehn Jahren geändert. Es kommen wieder jüngere Besucher ohne Kinder, „so ab 18. Wenn sie ein wenig aus dem Diskotheken-Alter raus sind. Und das macht sich schon bemerkbar.“

Zoo-Arbeit ist nach Franckes Einschätzung stetige Entwicklung. Und bei allem, was man an Unterhaltungsmöglichkeiten in einem Zoo anbietet, dürften Besucher und Zoo-Verwaltungen eines nicht vergessen: „Das Tier steht immer im Mittelpunkt.“ Aufgabe der Zoos sei der Artenschutz. Das geschehe im deutschen und europäischen Zooverband, in dem Tierparks nur aufgenommen werden, wenn sie gewisse Qualifikationen erfüllen.

Für die große Zoo-Sause fehlt der Platz

Vier Artenschutzprogrammen hat sich Saarbrücken angeschlossen. „Das ist ein Programm für den Drill, ein Affe der Familie der Paviane. Dann haben wir uns dem Verein zum Schutz des Humboldt-Pinguins angeschlossen. Wir sind Mitglied im Regenwald- und Berggorillaschutz. Das Vierte ist ein Lemuren-Schutzprojekt auf Madagaskar.“ Alle diese Tiere kann man im Saarbrücker Zoo besuchen. Insgesamt leben in Saarbrücken 900 Tiere aus 500 Arten.

Was Veranstaltungen zum 90. Geburtstag betrifft, hält sich das Zoo-Programm für 2022 ein wenig zurück. Nicht nur wegen der anhaltenden Corona-Pandemie. „Ein Riesen-Fest, zu dem 3000 Leute kommen, das ist schon fast zu viel für uns. Wenn wir an einem guten Sonntag 2500 Besucher hier haben, wie zuletzt im März, dann ist es hier schon voll. Wenn man nun diese Feste macht und dann kommen noch mehr, dann ist das hier auch nicht mehr so persönlich.“ Deswegen plant Francke mit mehreren Tagesveranstaltungen.

Die erste Tagesveranstaltung gibt es am Ostermontag. „Schon vor drei Jahren haben wir den ersten Artenschutztag geplant. Um den Ostertag mal, fern von Ostereiersuche, anders zu gestalten. Und dann waren zwei Jahre Zwangspause. Jetzt machen wir mit dem Artenschutztag für den Drill weiter. Da gibt es Informationen und pädagogische Programme. Aber auch ein Kinderprogramm. An einer Stelle im Zoo, die übersichtlich ist.“

x