Saarpfalz-Kreis
Saarbrücken: Pathologe unter Verdacht des Betrugs und der Bestechung verhaftet
Auf Anfrage erläuterte Staatsanwalt Dominik Degel am 20. Februar, dass der Haftbefehl gegen den Saarpfälzer bereits am vorigen Freitag, 14. Februar, vollstreckt worden sei. Ermittelt werde jetzt „wegen des Verdachts des besonders schweren Betrugs in 17 Fällen sowie der Bestechung im Gesundheitswesen in 64 Fällen“. Degel: „Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Bundesgebiet bei niedergelassenen Fachärzten finanzielle Vergütungen für die Übersendung von Proben angeboten zu haben.“ Dafür, dass sie ihm Gewebeproben von Privatpatienten zum Untersuchen zuschickten, soll er den Ärzten zehn Prozent vom Umsatzvolumen versprochen haben. Bei Kassenpatienten sei es pro Probe um einen „Pauschalbetrag“ von 2,56 Euro gegangen. Degel weist darauf hin, dass es Vertragsärzten untersagt sei, sich derartige Entgelte oder andere wirtschaftliche Vorteile gewähren zu lassen oder selbst zu versprechen beziehungsweise zu gewähren.
Durch Einreichen von Sammelerklärungen soll der Saarpfälzer gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des Saarlandes seine Honorar-Praktiken verschleiert haben. Am Ende habe die KV dem Mediziner „einen Betrag in Höhe von 839 505,06 Euro ausgezahlt“.
Ebenfalls am 14. Februar seien die Privaträume und das Pathologie-Institut des Beschuldigten durchsucht worden. Durchsuchungen habe es außerdem in den Privat- und Praxisräumen eines mitbeschuldigten Arztes gegeben, gegen den wegen Beihilfe ermittelt werde. Staatsanwalt Degel: „Es wurden Dokumente und digitale Daten sichergestellt.“
Um das Geld sicherzustellen, sei gegen den saarpfälzischen Pathologen außerdem „ein Vermögensarrest in Höhe von 839 505,06 Euro“ angeordnet worden.
In anderer Sache wird gegen den Pathologen schon seit Herbst 2019 in mindestens 26 Fällen ermittelt: Hier geht es um mögliche Fehldiagnosen bei Gewebeproben. Dabei habe der Arzt den betroffenen Patienten fälschlicherweise eine Krebserkrankung diagnostiziert. In der Folge soll es zu mehreren unnötigen Krebsoperationen gekommen sein.