Homburg / Blieskastel / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Riesiges Sportevent kommt ins Saarland: 100.000 Besucher erwartet

So war es bei den Special Olympics-Landesspielen im Jahr 2013 in Kaiserslautern.
So war es bei den Special Olympics-Landesspielen im Jahr 2013 in Kaiserslautern.

4500 Sportler, 100.000 Besucher: So ein Sportevent hat es im Saarland noch nie gegeben. Bei den Special Olympics ist Homburg mittendrin – und ein Weltrekordversuch.

Am Dienstag ist die Flamme der Special Olympics in Perl im Saarland angekommen. Das heißt: Für die 4500 Athleten wird es bald so richtig ernst. Und auch für die Gastgeberstädte, in denen vom 15. bis 20. Juni die 27 Disziplinen stattfinden. Die sogenannte „Flamme der Hoffnung“ – vergleichbar mit dem Olympischen Feuer – war Mitte Mai in Berlin entzündet worden und macht sich nun auf seine Reise durchs Saarland.

In einer Grubenlampe wird sie getragen – durch Medelsheim von Helena Hoffmann und Tristan Vinzent. Die 36-jährige Hoffmann wohnt, seit sie 16 ist, im Neuen Haus der Sonne in Walsheim, einer Einrichtung für Menschen mit Assistenzbedarf, wo sie in einer Holzwerkstatt arbeitet. Vinzent (62) aus Ormesheim ist Ultra-Triathlet.

Fackel kommt am 13. Juni nach Homburg

Am Samstag, 13. Juni, wird die Flamme ihren Weg durch den Saarpfalz-Kreis finden. Station macht sie in Medelsheim, Homburg und Blieskastel-Blickweiler. Der Tag ist verbunden mit einem Fest und einem Fackellauf. In Homburg startet er gegen 11 Uhr auf dem Marktplatz, in Blickweiler gegen 17 Uhr an der Grundschule. Die Flamme soll Inklusion, Respekt und Gemeinschaft vermitteln. Zu Beginn der Spiele am 15. Juni soll die Flamme in Saarbrücken eintreffen, wo im Ludwigspark das Eröffnungsfest stattfindet.

Die nationalen Spiele der Special Olympics sind das größte inklusive Sportevent des Jahres in Deutschland. Die 4500 Athleten mit geistiger Beeinträchtigung messen sich in 27 Sportarten. Erwartet werden 100.000 Besucher. 2500 freiwillige Helfer, sogenannte Volunteers, arbeiten Hand in Hand, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.

Zehn Millionen für die Sportstätten

Mehr als zehn Millionen Euro hat man in die Hand genommen, um die Sportstätten für die Special Olympics fitzumachen, sagt Reinhold Jost, Innen- und Sportminister des Saarlandes. Auch das Sportzentrum in Homburg-Erbach, wo die Judo-Wettbewerbe ausgetragen werden, ist innerhalb eines halben Jahres umgerüstet worden. Als feststand, dass Homburg eine der Gastgeberstädte sein wird, habe man ein Planungsteam auf die Beine gestellt. Am Sportzentrum soll außerdem ein riesiges Labyrinth entstehen. Es soll so groß sein, dass schon eine Bewerbung ans Guinness-Buch der Rekorde rausgegangen sei. Die Stadt schielt auf einen Weltrekord.

In Homburg wie auch in den anderen Gastgeberstädten – unter anderem sind das Saarbrücken, Neunkirchen und Völklingen – finden schon vor den Spielen Veranstaltungen statt. Am 13. Juni gibt es in Homburg auch ein Stadtfest der Inklusion. In der Innenstadt wird das Familien- und Kinderfest, das normalerweise jedes Jahr stattfindet, ins große Inklusionsfest integriert. Es gibt Mitmachaktionen, Infostände, Musik und Angebote von Sport-, Familien- und Inklusionsvereinen. Es soll „ein Fest für alle“ werden, sagt Bürgermeister Manfred Rippel. Rund um den Christian-Weber-Platz soll das Herzstück des Fests sein. Auch in der Talstraße und am Marktplatz steppt der Bär.

Vorbereitungen: Bis zu 30 Stunden pro Woche

Neun Gäste aus Italien – darunter Athleten und Betreuer – werden während der sechstägigen Spiele in Homburg wohnen. Denn zum ersten Mal sind europäische Nationalteams am Start, darunter Ungarn, Litauen, eben Italien, Finnland oder Kosovo.

Jost ist stolz, dass die Vorbereitungen so gut laufen. Verpflegung, Unterkünfte, Verkehrsanbindungen – alles top. Obwohl er sich gerade um diese Bereiche anfangs Sorgen gemacht habe. Und obwohl die Organisatoren in Berlin und im Saarland „von völlig unterschiedlichen Welten“ kommen. „Hier im Saarland läuft vieles anders als in Berlin, daran hat man sich auf beiden Seiten relativ schnell gewöhnt.“

Alexander Indermark ist Präsident von Special Olympics Saarland. Der Facharzt für HNO-Heilkunde stecke bis zu 30 Stunden pro Woche in die Vorbereitung. Es gehe nicht so sehr um die absolute Spitzenleistung, sondern vielmehr um Emotionen. Davon kann sich jeder ab 15. Juni selbst ein Bild machen, denn die Spiele kosten keinen Eintritt. Jeder kann vorbeikommen.

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