Saarbrücken / Frankreich RHEINPFALZ Plus Artikel OB: Wie Saarbrücken und Frankreich zusammen gegen Krieg kämpfen können

Blau-weiß-rot: Saarbrückens OB möchte die deutsch-französische Region sichtbarer machen. Mit der Beleuchtung der Staatskanzlei i
Blau-weiß-rot: Saarbrückens OB möchte die deutsch-französische Region sichtbarer machen. Mit der Beleuchtung der Staatskanzlei in den französischen Nationalfarben am Montagabend ist zumindest visuell ein Anfang gemacht.

Saarbrücken grenzt direkt an Frankreich. Saarbrückens OB möchte mehr für deren Zusammenhalt tun. „Unsere Welt ist in Unordnung geraten“, sagt er. Wie die beiden Länder helfen können, gegen Rechtsextremismus und Krieg anzugehen.

Vor 61 Jahren haben der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer und Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle am 22. Januar den Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag unterzeichnet, auch Élysée-Vertrag genannt. Seitdem wird dieser Tag gefeiert. Saarbrückens Oberbürgermeister (OB) Uwe Conradt (CDU) möchte die deutsch-französische Region als europäische Metropolregion sichtbarer machen. Ein unübersehbares Bild hat am Montagabend die Staatskanzlei in Saarbrücken geboten und damit einen Anfang gemacht: Das Gebäude wurde in den französischen Nationalfarben angestrahlt.

Nirgends sei die deutsch-französische Freundschaft „erlebbarer als bei uns“, sagte OB Conradt. „Saarbrücken ist die einzige Landeshauptstadt, bei der die Stadtgrenze auch nationale Grenze ist. Doch das müssen wir der Welt endlich auch zeigen. Das alles müssen wir gemeinsam viel lauter nach außen tragen und für die deutsch-französische Freundschaft werben – und damit für ein geeintes, demokratisches und friedvolles Europa“, sagte Conradt vor über 100 Gästen im Festsaal des Rathauses St. Johann. François Grosdidier, Bürgermeister von der an der Mosel gelegenen Stadt Metz war auch dabei.

Conradt: „Freiheit, Wohlstand, Demokratie keine Selbstverständlichkeit mehr“

Saarbrücken verfüge über einen Ballungsraum, dessen Größe sich viele gar nicht bewusst seien. „Rund 1,5 Millionen Menschen leben im 45-minütigen Einzugsgebiet von Saarbrücken, mehr als in Straßburg“, sagte Conradt. Über 18.000 Französen pendeln laut Statistiken jeden Tag zu ihrer Arbeitsstätte im Saarland. Er sprach aber auch von einer Bedrohung: „Freiheit, Wohlstand, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind keine Selbstverständlichkeit mehr. Unsere Welt ist in Unordnung geraten, antidemokratische und rechtsextreme Strömungen gewinnen an Kraft, während die EU an Akzeptanz verliert. In unserer Region haben wir zu oft erleben müssen, wohin nationalistisches Gedankengut führt: in Krieg, Tod und Verderben.“

Man müsse sich wieder auf seine Stärken besinnen. Die deutsch-französische Freundschaft sei die „Keimzelle für ein geeintes Europa“ gewesen, die „Frieden und Wohlstand gebracht hat“. Er ging noch weiter und meinte, Deutschland und Frankreich müssten wieder zum Motor der EU werden. Paris und Berlin müssten dazu mehr und besser zusammenarbeiten. Freundschaft und Zusammenarbeit brauche Vertrauen, Konfliktfähigkeit und ein gemeinsames Ziel. Saarbrücken und Frankreich könnten da Vorbild sein, wenn sie die „gemeinsamen Interessen entschlossener vertreten: in Paris, Berlin – für Europa, für uns“, sagte der 46-Jährige.

Gemeinsame Strategie

Er kündigte an, 2024 in einen breit angelegten Dialog mit Vertretern der Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Institution der deutsch-französischen Region einsteigen zu wollen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. „Wir übernehmen gerne Verantwortung, wenn es darum geht, unsere wundervolle deutsch-französische Region zu stärken. Wir können eine echte europäische Metropolregion mit Strahlkraft werden.“

x