Saarbrücken
„New Waves Saar 2.0“: Mit dem Mönch auf dem Schiff
Der ehemalige saarländische Regierungssprecher Thorsten Klein veranstaltet mit dem Kongress „New Waves Saar 2.0“ ein Event, das den Dialog innerhalb der Wirtschaft fördern soll. Mit Bernhard Moestl soll dabei unter anderem ein Shaolin-Mönch für neue Impulse sorgen.
„Wir müssen viel mehr Brücken bauen“, sagt der frühere saarländische Regierungssprecher Thorsten Klein in Hinblick auf das Verhältnis von Wirtschaft und Politik. Vor rund fünf Jahren hat er sich mit einer Kommunikationsberatung selbstständig gemacht und berät seither wirtschaftliche Entscheidungsträger. Durch seine Selbstständigkeit und seine Arbeit für die Landesregierung habe er hinter die Kulissen beider Welten blicken können, erzählt er. Dabei habe er erkannt, dass häufig das gegenseitige Verständnis füreinander fehle. Auch in der Wirtschaft selbst gebe es darüber hinaus zu wenig Dialog miteinander.
Politik trifft auf Glaube
Mit dem Kongressformat „New Waves Saar 2.0“ möchte er das ändern, erzählt er der RHEINPFALZ. Bei dem Event, das am Donnerstag, 11. Juli, an Bord des Ausflugsschiffs „Frohsina“ in Saarbrücken stattfindet, sollen möglichst verschiedene Personen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen zusammenkommen. Bei Vorträgen und Workshops soll ein fruchtbarer Austausch ermöglicht und neue Ideen kreiert werden. Die Anmeldungen seien hierfür vielversprechend, berichtet Klein. Schon seit zwei Wochen sei die Veranstaltung ausgebucht, die Teilnehmerliste bunt gemischt. Eine Nachricht, die ganz in Kleins Sinne ist. Schließlich sei das Ziel, möglichst viele Köpfe von der Industrie bis hin zur Energiebranche zusammenzubringen.
Für die nötigen Impulse soll dabei unter anderem der 54 Jahre alte Bernhard Moestl sorgen. Der in Österreich geborene Redner lebte über längere Zeit in China, wo er sich zum Shaolin-Mönch ausbilden ließ. Heute ist er als Autor, internationaler Vortragsredner sowie Unternehmenscoach tätig. In mehreren Büchern, die es auf die Spiegelbestsellerliste schafften, schrieb er über die Lebensprinzipien der Kampfmönche aus China. Allein seine Ratgeber zum buddhistischen Mönchsorden Shaolin haben sich über eine halbe Million Mal verkauft. Darin beschreibt Moestl unter anderem, wie sich die asiatische Lebensphilosophie in den Alltag integrieren lässt.
Neue Gedanken, die es sonst nicht gibt
„Manchmal ist es viel besser, sich einen Impuls aus einer Branche zu holen, die man bislang nicht so auf dem Schirm hatte“, erklärt Thorsten Klein die Intention hinter dem Auftritt des Österreichers. Der Shaolin-Mönch sei in der Lage, neue Gedanken und Impulse einzubringen, die es sonst nicht gebe.
Neben Bernhard Moestl sind bei dem Kongress weitere Experten aus der Wirtschaft und dem Kommunikationsbereich zu Gast. Schirmherr ist David Zimmer, der das saarländische Telekommunikationsunternehmen Inexio gegründet hat.
Letzten Endes sei das Ziel der Veranstaltung, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Führungskräfte zu ihren Themen austauschen können. „Ungezwungen, auf Augenhöhe und in einem geschützten Raum“, heißt es von Thorsten Klein, der vor wenigen Monaten mit der „Fuckup-Night für die Demokratie“ schon Politikern eine Bühne gab. Die Bühne war auch damals das Schiff „Frohsina“, auf dem die Politiker über ihren – in ihren Augen – größten Fehler sprachen (wir berichteten). „Manchmal reicht ja ein Halbsatz, um einen Aha-Moment zu kreieren“, sagt Klein. Von diesen Aha-Momenten wünsche er jedem Teilnehmer mindestens einen.