Sankt Ingbert RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Lidl-Regionalzentrum soll Ende 2022 fertig sein

So stellen sich die Planer den Neubau nach seiner Fertigstellung vor.
So stellen sich die Planer den Neubau nach seiner Fertigstellung vor.

Am Dienstag, 20. Juli, hat die Discounterkette Lidl im St. Ingberter Kléber-Park mit dem Bau eines neuen Zentrallagers begonnen. Ab Ende 2022 sollen von hier aus bis zu 120 Lidl-Filialen im Saarland und Rheinland-Pfalz mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln beliefert werden. Die Rede ist von 400 Arbeitsplätzen, davon 200 zusätzlichen für die Region.

Mit Vertretern von Stadt und Landesregierung setzte Lidl-Regionalgeschäftsführer Wilfried Simon den ersten Spatenstich für das Verwaltungs- und Warenverteilzentrum auf dem früheren St. Ingberter Gelände der Reifenfabrik Kléber neben der A 6. Simon bezifferte das Investitionsvolumen auf einen Eurobetrag „im oberen zweistelligen Millionenbereich“. Mit 127.400 Quadratmetern Fläche handle es sich hier um das bislang größte Lidl-Neubauprojekt im Saarland. Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) verspricht sich von der Verlagerung der Lidl-Regionalverwaltung und des Logistikzentrums nach St. Ingbert neue Arbeits- und Ausbildungsplätze für seine Stadt.

Lidl zieht aus Friedrichsthal nach St. Ingbert um. Bislang werden die Lidl-Märkte im Saarland von Friedrichsthal aus beliefert. Das dortige Zentrum lasse sich aber nicht mehr erweitern. In der heutigen Lidl-Regionalgesellschaft in Friedrichsthal arbeiten etwa 200 Mitarbeiter. Diese Zahl, so Simon, soll sich „nach dem Umzug nach St. Ingbert mittelfristig etwa verdoppeln“. Die Beschäftigten seien in gut 15 Berufsfeldern in Logistik, Vertrieb, Warengeschäft, Immobilien und Personal tätig.

Abwärmenutzung und Fotovoltaik

Wie der Regionalgeschäftsführer betonte, wolle man mit dem Bauprojekt „höchsten Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht werden“. Vorab-Untersuchungen während des Bebauungsplanverfahrens hätten „die Standortverträglichkeit des neuen Verwaltungs- und Logistikzentrums für Umwelt, Verkehr und Anwohner mehrfach bestätigt“. Im Gebäude selbst sollen die Kühlanlagen „ausschließlich mit natürlichen Kältemitteln betrieben“ werden; sie seien zudem besonders energiesparend. Wilfried Simon: „Die Abwärme dieser Anlagen wird für die Kühlung und Beheizung des gesamten Lagers und des Verwaltungstraktes genutzt, wodurch keine fossilen Brennstoffe nötig sind.“ Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach werde künftig 1,2 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren – zur Nutzung vor allem direkt an Ort und Stelle. „Darüber hinaus werden E-Ladesäulen zur Verfügung stehen, an denen Elektrofahrzeuge und E-Bikes geladen werden können.“

Blühwiese für Wildbienen

Beim Neubau mit eingeplant sei eine etwa 5000 Quadratmeter umfassende Blühwiese, die Wildbienen und anderen nützlichen Insekten zugute kommen soll. Simon: „In unserem Artenschutzprogramm ,Lidl-Lebensräume’ sind seit Januar 2018 über 3,4 Millionen Quadratmeter Blühflächen an eigenen sowie an Standorten von Lieferanten entstanden. Zudem wurden Insektenhotels aufgestellt.“ Für die zusammen 140.000 Quadratmeter Blühfläche an 30 Logistikzentren habe sich das Handelsunternehmen von der Universität Hohenheim und der Heinz-Sielmann-Stiftung wissenschaftlich beraten lassen.

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