Homburg
Neues Einöder Wohngebiet entsteht über Grabstätten der Römersiedlung Schwarzenacker
Der Immobilienunternehmer Clemens Dahlem aus Heckendalheim im Mandelbachtal hat den ehemaligen „Blitz“-Einkaufsmarkt mit dem früheren Elektrofachmarkt Alpha-Tecc in der oberen Heinrich-Spoerl-Straße in Einöd abgerissen und dort ein neues Wohnbaugebiet erschlossen. Dort sollen 47 Grundstücke zur Bebauung mit Einfamilienhäusern ausgewiesen werden; hinzu kommen zwei Mehrfamilienhäuser und ein Kindergarten-Neubau.
Name war schon anno 1564 bekannt
„Neulich hat mich der Homburger Bauamtsleiter Michael Banowitz angeschrieben – mit der Bitte an den Ortsrat, einen Namen für die neue Straße dort oben vorzuschlagen“, berichtete Einöds Ortsvorsteher Karl Schuberth (SPD) am Donnerstagabend, 4. Juni, vor dem Ortsrat. Erste Namensideen aus der Stadtverwaltung, die sich auf die ehemaligen Einkaufsmärkte in diesem Dorfviertel beziehen, haben bei Schuberth wenig Gegenliebe gefunden. Auf seinen Vorschlag hin schlägt der Ortsrat der Stadt Homburg jetzt den Straßennamen „Auf dem Heidenhübel“ vor, oder alternativ „Am Heidenhübel“. Schließlich, so Schuberth, werde die betreffende Einöder Gegend schon seit Jahrhunderten landläufig als Heidenhübel bezeichnet – im Dialekt „Heerehiwwel“. Die Heimatforscherin Gisela Lipps habe 1962 in ihrer Diplomarbeit über historische Einöder Flurnamen herausgefunden, dass die Gewannen-Bezeichnung „Heidenhübel“ bereits in einer Urkunde anno 1564 erwähnt wurde.
Antike Grabstätten unterm Pflug
Karl Schuberth kennt die Hintergründe: „Früher haben die Bauern dort beim Pflügen alte Tonscherben aus dem Boden geholt. Das waren die Überreste von Urnen aus der Römerzeit.“ Denn vor gut 2000 Jahren hätten die Bewohner der nahen Römerstadt Schwarzenacker die Anhöhe als Friedhof genutzt: Die antike Siedlung, die die Grundlage des heutigen Römermuseums bildet, bestattete auf diesem Hügel die Asche ihrer Verstorbenen. „In späterer Zeit“, so Karl Schuberth, „erzählten sich die Leute in Einöd, dass die ,Heiden’ dort auf dem Hügel ihre Urnen begraben haben – eben auf dem ,Heidenhübel’.“
Einstimmig sprach sich der Ortsrat für einen entsprechenden Straßennamen aus – analog zu anderen Flurnamen im Stadtteil, nach denen ebenfalls Verkehrswege benannt wurden. Als Beispiele wurden Einöder Gassen wie Kandelgrund-, Kieskaut-, Neunmorgenstraße und Am Asenbühl genannt.