Webenheim
Neuer Bauernfest-Zeltbetreiber: Wie er neben seinem Hauptjob das riesige Volksfest stemmt
Mit Marc Gassner übernimmt erneut ein neuer Betreiber das Festzelt des Webenheimer Bauernfestes. Nach den negativen Erfahrungen der letzten beiden Jahre möchte er das Vertrauen der Besucher zurückgewinnen. Dabei besinnt er sich vor allem auf Grundtugenden, die das Fest einst so erfolgreich gemacht haben.
„Da musst du schon ein stückweit wahnsinnig sein“, sagt Marc Gassner, neuer Festzeltwirt des Webenheimer Bauernfestes auf die Frage, warum er sich neben seinem Hauptjob für einen Autozulieferer nun auch noch um eines der größten Volksfeste der Region kümmert. „Es hat mich irgendwie gereizt, das Fest zu übernehmen“, erzählt er. Ohne Leidenschaft könne man ein Fest wie das Webenheimer Bauernfest und den Pferdemarkt in Quirnbach, den er ebenfalls in diesem Jahr zum ersten Mal übernimmt, aber nicht erfolgreich veranstalten.
Von Kusel nach Webenheim
Vor 30 Jahren wagten sich Marc Gassner und seine Familie mit dem Fest „Rock am Kuhstall“ ins Festgeschäft. Auf dem eigenen Bauernhof in Paulengrund (in der Ortsgemeinde Brücken im Landkreis Kusel) veranstaltete er danach jedes Jahr weitere Events wie die Feier zum ersten Mai in Paulengrund oder das örtliche Oktoberfest. In diesem Jahr sei es, sagt er, nun Zeit für Veränderungen gewesen.
Nach einer Kalkulation sei er zu der Erkenntnis gekommen, dass man mit dem Bauernfest Geld verdienen und es auch wieder vergrößern könne.
Das geschichtsträchtige Fest könne nicht so klein bleiben, wie es ist, sagt er. Der Anspruch sei daher nicht nur, ein bisschen besser zu sein als die Vorgänger der letzten Jahre. „Ich will gut sein“, betont er selbstbewusst.
Keine Malle-Stars mehr beim Bauernfest
Dem Druck sei er sich dabei bewusst. Die Erwartungen seien hoch, Vertrauen müsse zurückgewonnen werden. Als Festwirt könnte er schließlich so etwas wie die letzte Chance des Festes sein. Daher versuche er, keine Fehler zu machen. Für gewisse Tage habe er etwa bewusst mehr Bedienungen eingestellt – auch auf die Gefahr hin, dass diese nicht ausgelastet sein könnten. „Ich habe lieber zu viele Bedienungen, und die Leute sind dafür zufrieden“, sagt er. Die Küche übernimmt ein befreundeter Gastronom aus Rammstein, mit bewusst kleinerer Karte, um gute Qualität und reibungslose Abläufe sicherzustellen.
Große Kostenpunkte wie etwa die Ballermann-Partys – bei der voriges Jahr etwa Sänger Schürze („Layla“) und 2023 Julian Sommer („Dicht im Flieger“) auftraten – die aber mit wenig Erfolg veranstaltet wurden, sind ab sofort gestrichen. Stattdessen gelte es, bei den Grundtugenden des Festes zu bleiben. Gute, regionale Musik und ein Programm für junge und ältere Menschen sei entscheidend, betont der neue Festzeltbetreiber. Eine Techno- oder Ballermann-Party passe am Ende einfach nicht zum Bauernfest, ist sich Gassner sicher.
Oberstes Ziel: Alle Gäste sollen zufrieden sein
Preislich bewege man sich im Vergleich zu großen kommerziellen Betreibern im unteren Bereich, erklärt er. Dass ein Bier am Ende jedoch etwas mehr koste als auf einem kleinen Vereinsfest, sei allerdings selbstverständlich, meint er. Schließlich müsse auch das Personal irgendwie bezahlt werden.
Mit großen Tönen hält sich Gassner, ähnlich wie der Veranstalter Reiterverein Bliestal, der davon spricht, das Fest Stück für Stück wieder aufbauen zu wollen, zurück. Das obere Ziel für dieses erste neue Jahr sei, alle Gäste zufrieden zu stellen, ohne dabei ins Minus zu rutschen. Langfristig soll das Zelt dann aber wieder größer und das Bauernfest auch wieder erfolgreicher werden.
Info
Das Webenheimer Bauernfest findet ab diesem Freitag, 11. Juli (Eröffnung ist ab 16 Uhr) bis einschließlich Montag, 21. Juli, statt. Am letzten Festtag gibt’s wieder ab 22 Uhr das Abschlussfeuerwerk mit Musik. Das Programm findet man im Internet unter bauernfest.de.
An zwei Festtagen – am 19. Juli (Ballonglühen) und am 21. Juli – fahren Sonderbusse ab der Haltestelle Blieskastel Freizeitzentrum, die die Bauernfest-Besucher nach Veranstaltungsende wieder heimbringen. Man kann mit den Sonderbussen Richtung Homburg, St. Ingbert und Saarbrücken fahren. Abfahrt der Linie 506 nach Saarbrücken über Niederwürzbach und St. Ingbert ist um 23.12 Uhr. Die Linien R10 (Saarbrücken über Aßweiler) und 501 (Homburg über Bierbach) fahren um 23.14 Uhr ab.