Saarbrücken
Nach Tod des fünfjährigen Mathis: Staatsanwaltschaft ermittelt
Der Schock wegen des Todes des fünfjährigen Mathis sitzt tief. Am Montagmorgen wurde die Leiche des Kindes in der Saar auf Höhe der Hochschule für technische Wirtschaft bei der Westspangenbrücke von einer Passantin entdeckt, eine Woche zuvor ist das Kind spurlos vom Spielplatz am Staatstheater verschwunden. Zahlreiche Suchaktionen blieben erfolglos.
„Nach derzeitigen Stand der Ermittlungen haben sich keinerlei Hinweise an einem strafrechtlich relevanten Fremdverschulden am Tod ergeben“, berichtet Oberstaatsanwalt Thomas Schardt gegenüber der RHEINPFALZ. Derzeit geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Junge sich selbst vom Spielplatz entfernt hat, anschließend in die nahe gelegene Saar gefallen und darin ertrunken ist. „Augenzeugen hierfür sind nicht bekanntgeworden“, kommentiert Schardt. Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass der Junge relativ zeitnah nach Verlassen des Spielplatzes im Fluss ertrunken ist.
Obduktion schließt Fremdeinwirkungen aus
Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall noch nicht abgeschlossen. „Anlässlich des Todes des fünfjährigen Jungen wird bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren geführt“, erklärt Schardt. Diese Art Ermittlungsverfahren werde bei jedem Verdacht auf eine nicht natürliche Todesursache eingeleitet, ist also stückweit „Routine“. Das Verfahren soll laut Schardt der Überprüfung dienen, „ob sich ein Anfangsverdacht todesursächlichen, strafrechtlich relevanten Verhaltens Dritter ergibt“.
Bereits am Montagnachmittag wurde das Ergebnis der Obduktion bekanntgegeben, demnach sei der Junge ertrunken. Hinweise auf Fremdeinwirkung wurde nicht gefunden. Oberstaatsanwalt Schardt ergänzt: „Einen konkreten Anfangsverdacht strafbaren Verhaltens haben die Ermittlungen bisher nicht ergeben, demnach auch keine Verdächtigen, gegen die ermittelt würde“.
Der fünfjährige Mathis war am Montag vor einer Woche, 2. Oktober, spurlos von dem Spielplatz am Staatstheater verschwunden. Sowohl Einsatzkräfte der Polizei als auch Privatpersonen suchten tagelang nach dem Kind. Bei der Suchaktion wurden auch Drohnen, Wärmebildkameras, Sonarboote, Spürhunde und Hubschrauber eingesetzt. Ebenso stiegen mehrmals am Tag Taucher in die Saar, um dort nach dem Kind zu suchen.
In der Landeshauptstadt sitzt der Schock über den Tod des Kindes tief. Im Rathaus liegt ein Kondolenzbuch für alle, die sich der Trauer und Anteilnahme anschließen wollen, aus, zudem gab es mehrere Trauerveranstaltungen, unter anderem in der Basilika St. Johann.