Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Österreich-Reise an mutiertem Coronavirus erkrankt

Landrat Theophil Gallo bittet die Bevölkerung, die Hygienevorschriften einzuhalten.
Landrat Theophil Gallo bittet die Bevölkerung, die Hygienevorschriften einzuhalten.

Seit 29. Januar ist bekannt, dass bei zwei Covid-Patienten im Saarpfalz-Kreis eine Infektion mit einer Mutation des Coronavirus festgestellt wurde. Laut Gesundheitsamt soll es sich in beiden Fällen um die brasilianische oder die südafrikanische Variante handeln.

Wie die Saarpfalz-Kreisverwaltung an diesem Freitagmittag mitteilte, sind zwei Personen aus dem Kreisgebiet betroffen, die positiv auf Infektionen mit dem Coronavirus getestet wurden. Man habe bei ihnen eine Mutation des Erregers festgestellt. Laut Kreis-Sprecherin Sandra Brettar sei bislang nur bekannt, dass es sich bei beiden Infektionen entweder um die sogenannte brasilianische oder südafrikanische Mutante handle. Welche von beiden es ist, müsse nach Angaben des Gesundheitsamts in Homburg noch geklärt werden. Laut dieser Aussage scheint eine Ansteckung mit der aus Großbritannien bekannten Virus-Variante auszuscheiden. Den Betroffenen soll es „den Umständen entsprechend gut“ gehen.

Eine der beiden infizierten Personen sei nach der Rückkehr von einer notwendigen Österreich-Reise erkrankt. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Patienten, die in unterschiedlichen Wohnorten im Saarpfalz-Kreis leben, soll laut der bisherigen Ermittlungen nicht bestehen.

Sieben-Tages-Inzidenz am Freitagabend bei 99,44

Das Gesundheitsamt hat veranlasst, Abstriche sämtlicher Kontaktpersonen der beiden Infizierten auf mögliche Varianten des Virus SARS-Cov-2 untersuchen zu lassen. Quarantänebestimmungen wurden angeordnet.

Am Freitagabend meldete der Saarpfalz-Kreis die Zahl von bislang insgesamt 2966 Corona-Infektionen. 2723 Saarpfälzer seien inzwischen genesen. 164 Kreisbewohner seien aktuell mit dem Virus infiziert; 24 Neuinfektionen wurden festgestellt. Der Inzidenzwert betrage jetzt 99,44.

Landrat: Auf unnötige Treffen verzichten

Theophil Gallo (SPD), Landrat des Saarpfalz-Kreises: „Unser Gesundheitsamt setzt alles daran, neben den bekannten Ketten auch insbesondere etwaige Mutations-Infektionsketten konsequent nachzuverfolgen und einzudämmen.“ Das Saarland habe inzwischen die Möglichkeit geschaffen, alle positiven Corona-Proben im Bundesland untersuchen zu lassen. So könne man „einer eventuellen Ausbreitung der Corona-Mutationen noch wirkungsvoller entgegentreten“, sagte Gallo am Freitag. Er sei „zuversichtlich, dass uns dies dauerhaft gelingt“. Entscheidend bleibe die Mithilfe der Bevölkerung, indem sie sich an die Abstands- und Hygieneregeln halte und Masken trage.

Nach Gallos Worten helfe es aber nichts, wenn Verwaltungen und Firmen ihr Personal ins Home-Office entlassen, während manche Zeitgenossen ihre privaten Treffen und Zusammenkünfte nicht einstellten.

x