Kolumne
Museumsreif: Als Lafontaine seine Sachen packte
Einen Aktenkoffer und ein Paar Schuhe: Diese zwei persönlichen Dinge hat Oskar Lafontaine (Linke) dem Historischen Museum Saar dauerhaft als Schenkung überlassen. „Beide Objekte stehen im Zusammenhang mit wichtigen historischen Ereignissen“, sagte der stellvertretende Museumsleiter Reiner Jung am Mittwoch in Saarbrücken. In den Aktenkoffer hatte Lafontaine seine Sachen im Büro in Bonn gepackt, nachdem er im März 1999 spektakulär als SPD-Vorsitzender und Bundesfinanzminister zurückgetreten war.
Sein Rücktritt, der in jener Zeit ein politisches Beben auslöste, erfolgte aus Kritik am Regierungskurs des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD). „Es war sicherlich die Entscheidung in meinem politischen Leben, die mich am stärksten belastet hat“, hatte Lafontaine Jahre später gesagt. Seit 2009 ist der Saarländer Vorsitzender der Landtagsfraktion der Linken im saarländischen Landtag.
Vorahnungen im Ludwigshafener Pfalzbau
In den schwarzen Schuhe, die Lafontaine dem Museum auch überlassen hat, kam er 1985 zu seiner Vereidigung zum ersten sozialdemokratischen Ministerpräsident des Saarlandes. Welche Schuhe Lafontaine am 15. November 1995 trug? Damals lief er über das Parkett des Pfalzbaus in Ludwigshafen. Es war der Abend vor dem Bundesparteitag in Mannheim, die Delegierten trafen sich zu einem gemütlichen Beisammensein. Nur wenige ahnten zu dem Zeitpunkt, was am nächsten Tag passieren sollte: Lafontaine stürzte den bisherigen SPD-Bundesvorsitzenden Rudolf Scharping.
Lafontaine trug bei diesem Putsch – ganz unrot und unsozialdemokratisch – eine grüne Blumenkrawatte. Die wäre bestimmt auch ein Stück fürs Museum ...