Neunkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Mega-Projekt A8-Sanierung gestartet

Spatenstich zum Megaprojekt A8-Sanierung. Nun soll eine acht Jahre lange Dauerbaustelle folgen.
Spatenstich zum Megaprojekt A8-Sanierung. Nun soll eine acht Jahre lange Dauerbaustelle folgen.

Die A8 gilt als Hauptverkehrsachse im Saarland. Allerdings hat die Trasse mittlerweile ihre Lebensdauer erreicht. Das Megaprojekt A8-Sanierung zwischen Neunkirchen und Autobahnkreuz ist nun gestartet. Die geplante Bauzeit wirkt dabei fast erschlagend.

Auf der A8 zwischen Neunkirchen-Oberstadt und dem Autobahnkreuz gilt in den kommenden Jahren auf beiden Spuren eine Großbaustelle. Die Trasse wird grundlegend saniert, geplante Fertigstellung ist Jahr 2031. Eine Vollsperrung soll es aber nicht geben.

Die A8 wird auf einem Teilstück von rund 6,5 Kilometern saniert. Die Strecke ist nicht nur eine Hauptverkehrsachse im Saarland, sie dient auch als Ost-West-Verbindung von Luxemburg über die Oberzentren Stuttgart und München bis nach Österreich. Rund 136 Millionen Euro wird den Bund die Baumaßnahme nach derzeitiger Schätzung kosten. Gebaut wird acht Jahre lang.

Das sind Angaben, die den normalen A8-Fahrer im saarländischen Hoheitsgebiet erstmal schlucken lässt. Oliver Luksic, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministers Digitales und Verkehr: „Mit einer täglichen Verkehrsbelastung von über 50.000 Fahrzeugen steht dieser Autobahnabschnitt, der eine zentrale Lebensader des Saarlandes ist, auf Platz zwei der am stärksten befahrenen Autobahnen im Saarland und diese Auslastung hat deutliche Spuren, an der Fahrbahnoberfläche, der Entwässerung und den Überführungsbauwerken hinterlassen.“ Aktuell ausgegebene Prognosen aus Gutachten zeigten, dass es in Zukunft zu einer Steigerung in der Wirtschaft, sowie bei der Bevölkerungszahl kommen wird. Auf diese Parameter müsse auch das Autobahnnetz vorbereitet werden, sprich für die „Mobilität der Zukunft“, ergänzte der führende FDP-Landespolitiker im Saarland seine erste Aussage.

Autobahn hat Lebensdauer erreicht

Da die A8 in dem Bauabschnitt zuletzt in den 70er Jahren an den damaligen Anforderungsstandard angepasst wurde, wird im Zuge dieser großen Maßnahme der Niederlassung West der Autobahn GmbH alles nach aktuellsten Vorgaben ausgebaut. Gleich fünf Merkmale stehen bei den Machern dabei im Vordergrund. Zunächst hat die Bestandsautobahn laut Luksic seine Lebensdauer erreicht und müsse grundhaft erneuert werden. Dazu sollen natürlich die Sicherheitsstandards angepasst werden. Beide Fahrstreifen und die beiden in Gegenrichtung werden mit einem komplett durchgängigen Standstreifen verbreitert. Bislang gibt es diesen nur teilweise neben der rechten Hauptfahrbahn. Der Zugewinn an Platz werde im Bedarfsfall, beispielsweise bei zukünftigen Arbeiten oder bei Unfällen den günstigen Nebeneffekt haben, dass die Straße möglicherweise nicht voll gesperrt werden muss, sondern über den neuen Streifen abgeleitet wird. „Der Oberbelag wird von Grund auf erneuert und erhält eine verbesserte Struktur, die einerseits für mehr Griffigkeit bei den Fahrzeugen sorgt und gleichzeitig für eine bessere Entwässerung.“

Wasserschutz verlängert Baustelle um vier Jahre

Entwässerung ist auch schon weiteres wichtiges Wort bei dem Megaprojekt und zugleich der dritte Faktor: Das Autobahn-Teilstück liegt gleich in Bereichen mehrerer Wasserschutzgebiete. Das zwingt, das Projekt in drei Bauabschnitte aufzuteilen. Passiert nämlich während der Bauphase ein Unfall, dann sind nicht gleich alle Wasserschutzgebiet von Umweltschäden betroffen. Knackpunkt: Weil nicht an einem Stück gearbeitet wird, dauert die Baustelle vier Jahre länger. Carsten Chassard, Leiter der Autobahn-GmbH-Außenstelle Neunkirchen ergänzt, dass zukünftig Regenwasser und Co. von der Autobahn in Aufbereitungsanlagen abgeführt, dort gereinigt und erst dann ins Grundwasser geführt werden. „Der Mutterbach wird dadurch geschützt. Im Moment ist es so, dass bei Unfällen mit Austritt von Gefahrenstoffen Umweltschäden nur sehr schwierig zu verhindern sind“, verdeutlicht Chassard den weiteren großen und zwingenden Handlungsaufwand. Projektpunkt vier fällt der Modernisierung der Brücken zu: Auf dem Teilstück gibt es acht Stück, alle werden erneuert. „Was heißt, dass der komplette Autobahnverkehr damit zukunftsfähig mit 80 bis 100 Jahre Lebensdauer ist. Die Zahlen entsprechen den neusten Normen. So viele Lkw kann man gar nicht auf eine Brücke daraufstellen, wie hier angewendet wurden. Somit wird ein statisches Defizit hier nicht mehr erreicht.“

Vollsperrung soll möglichst vermieden werden

Der Lärmschutz stellt den fünften und abschließenden Projektpunkt dar. Die knapp 4000 Meter langen Lärmschutzwände werden ebenfalls auf neusten Stand gebracht. Etwa die Hälfte wird komplett erneuert, Teilstücke von anderthalb Meter Höhe, auf fünf bis fünfeinhalb Metern aufgebaut.

Die gute Nachricht: Trotz Großbaustelle soll die Autobahn möglichst nicht voll gesperrt werden. Das sorgt zwar ebenfalls für eine enorme Verzögerung von vier Jahren, dafür bleibt die saarländische Hauptverkehrsachse aber in Betrieb. Staus und andere Verkehrsstörungen sind aber nicht auszuschließen. Und wenn doch einmal ein Gewerk unter Vollsperrung passiert, dann möglichst zwischen Freitag, 20 Uhr, und Montag, 5 Uhr.

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