Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Maus-Moderator zeigt Experimente für Groß und Klein

Christoph Biemanns Markenzeichen ist das grüne Oberteil.
Christoph Biemanns Markenzeichen ist das grüne Oberteil.

Er hat schon immer gerne experimentiert und macht das seit rund einem halben Jahrhundert, erzählt Sendung-mit-der-Maus-Star Christoph Biemann bei seinem Auftritt in der Saarbrücker Kinderuni. Später präsentierte er Experimente zum Nachmachen und brachte nicht nur die Augen der 840 Kinder zum Strahlen.

Der letzte Veranstaltungstag der Kinderuni in Saarbrücken war ein ganz besonderer, da sind sich die Veranstalter sicher. Und fest steht auch: So voll wie an diesem Termin war das Audimax bei der Kinderuni schon lange nicht mehr gewesen. Zum einen lag der enorme Andrang daran, dass die Kinderuni nach zwei Pandemie-Jahren wieder vor Ort stattgefunden hatte. Zum anderen war ganz klar der Moderator für den enormen Andrang verantwortlich: Christoph Biemann, besser bekannt als der Christoph mit grünem Pullover aus der Sendung-mit-der-Maus.

Biemann ist nicht nur seit Jahren einer der Maus-Moderatoren, er hat auch mehrere Bücher übers Experimentieren geschrieben. „Und wenn man so etwas schreibt, dann muss man erst einmal überlegen, was Experimentieren überhaupt ist“, sagt er. Doch die Antwort sei denkbar simpel: „Experimentieren ist nichts anders als ausprobieren“. Nur über zahlreiche Experimente in der Menschheitsgeschichte sei die Weiterentwicklung der Geschichte erst möglich geworden. Eine der wichtigsten Errungenschaften sei das Feuer gewesen, weil es Wärme und Licht spendete und ermöglichte, Essen zuzubereiten. „Vor 20.000 Jahren hätten die Menschen aber eigentlich aufhören können mit dem Experimentieren, sie waren dann ja nicht mehr vom Aussterben bedroht“. Weil aber dem Steinzeitmenschen klar geworden sei, dass Experimente auch zu einem angenehmeren Lebensstil beitragen können, haben sie damit weitergemacht, erklärt Biemann den neugierigen Zuhörern.

Christoph Biemann will wissen: Kann Knete schwimmen?

Ebenfalls ein besonders wichtiges Experiment der späten Vergangenheit: die Entdeckung der elektrostatischen Aufladung. Der Maus-Moderator präsentierte dieses Prinzip dem Kinderpublikum anhand eines Luftballons, den er an den langen Haaren einer Assistentin rieb und somit statisch auflud. Den Ballon hielt er daraufhin an einige Papierschnipsel, die auf dem Experimentiertisch lagen. Und schwupp: Die Schnipsel blieben an dem Ballon hängen. „Für uns ist das ein extrem wichtiges Experiment, es war damals sozusagen das erste Strom-Experiment“, erklärt er.

Es folgten Versuche, bei denen Biemann die Verdrängungskraft von Materialien in Wasser zeigte. „Kann Knete schwimmen?“, fragte er laut in den Kinderuni-Hörsaal. Als Kugel geformt nicht, so das Ergebnis eines ersten Versuchaufbaus. Aber: Als er vor den Augen der Kinder die Knete in Form einer Schale formte, schwamm diese auf der Wasseroberfläche.

Die Ränge des Saarbrücker Audimax sind gut gefüllt. 840 Kinder lauschen aufmerksam dem Maus-Moderator.
Die Ränge des Saarbrücker Audimax sind gut gefüllt. 840 Kinder lauschen aufmerksam dem Maus-Moderator.

Gläser kopfüber und schreckhafte Eier

Die Wirkung des Luftdrucks zeigte der Kinderuni-Dozent anschließend bei seinem Lieblingsexperiment. Er befüllte ein Glas mit Wasser und drehte es daraufhin um. Was passiert? Logisch: Das Wasser läuft aus dem kopfüberstehenden Glas heraus. Nun aber fixierte Christoph ein Blatt Papier auf der geöffneten Oberseite des Wasserglases und drehte es erneut um. Das Resultat: Das Blatt blieb am Wasserglas kopfüber kleben, das Wasser floss nicht heraus: „Und ich frage nun, wer dafür verantwortlich ist. Genau: der Luftdruck. Der drückt dagegen!“.

Und auch das klassische Experiment, bei dem ein Ei durch einen Flaschenhals in deren Inneres rutschen soll, wurde gezeigt. Dafür musste das zuvor gekochte Ei jedoch erst abgeschreckt und geschält werden. „Wisst ihr eigentlich, wie man ein Ei abschreckt?“, fragte er in die Runde. „Das geht ganz einfach. Man stellt sich hin, nimmt das Ei zwischen zwei Finger und dann ’Ahhhrgh’“. Biemann schrie das Ei an und tauchte es dann in einen Wassereimer. „Jetzt ist es abgeschreckt“, pointierte er seinen Witz. Die Kinder tobten vor Lachen. Beim eigentlichen Experiment mit dem Ei in der Flasche passiert e zuerst einmal nichts. Erst als er die Flasche mit heißem Wasser befüllte, das Glas sich aufheizen ließ, das Wasser wieder aus der Flasche herausschüttete und das Ei erneut auf den Flaschenhals setze, rutsche es nach und nach in das Innere der Flasche hinein. Und erneut ist die Erklärung des Experimentes der Luftdruck: Dadurch, dass die Luft in der Flasche warm war, dehnte sie sich aus und braucht mehr Platz. Kühlt sich die Flasche etwas später wieder ab, so zieht sie sich zusammen und zieht das Ei durch den Flaschenhals ins Flascheninnere.

Auch was für „große“ Kinder

Nach rund einer Dreiviertelstunde voller Experimente steht fest: Biemann hat die rund 840 anwesenden Kinderuni-Kinder begeistert. Tosender Applaus setzte sich durch, als er mit seiner Vorstellung fertig war. Anschließend gab es dann noch eine ausführliche Autogrammstunde mit dem Maus-Moderator. Und neben den kleinen Zuhörern schwirrten auch viele „große“ Kinder im Gebäude des Audimax umher, verfolgten in einem Nebenraum die Vorstellung des Maus-Experten per Livestream. Denn eines ist klar: Christoph Biemann hat auch die Kindheit vieler inzwischen Erwachsenen geprägt.

x