Homburg
Krisenstab im Saarpfalz-Kreis tagt unter Schutzmasken
Am Donnerstagvormittag nahm Gallo mit seinen Kollegen aus den fünf anderen saarländischen Landkreisen an einer Video-Schaltkonferenz mit den Spitzen des Saarbrücker Gesundheitsministeriums teil. „In den nächsten Tagen kommt eine gemeinsame Corona-Verordnung heraus, die für alle saarländischen Kreise gleichermaßen gilt“, fasste der Saarpfalz-Verwaltungschef das Gespräch hinterher zusammen. „Während bundesweit die große Linie am Mittwoch festgelegt wurde, gibt es zu Detailfragen noch Diskussionen. Zum Beispiel müssen wir klären, ob im Saarland wieder die Spielplätze gesperrt werden müssen und wie die Sache mit dem nächtlichen Alkoholverbot gehandhabt wird.“
Theophil Gallo möchte auch klare Regeln für Wohnmobil-Besitzer haben, die sich nach seinen Worten als „Stellplatz-Hopper“ an wechselnden Treffpunkten zum Feiern verabreden. „Das ist immer noch ein unkontrollierter Bereich.“
Keine Stadtführungen mehr?
Der saarlandweiten Verordnung wird man auch entnehmen können, ob im November kleine öffentliche Veranstaltungen noch möglich sind – wie Musikvorträge, Vereinswanderungen oder Führungen etwa durch die Blieskasteler Altstadt. Mehrere solcher bescheidenen Zerstreuungen sind längst geplant. Unter strengen Hygieneauflagen, versteht sich. „Ich denke, dass bis Montag die neue Verordnung vorliegt“, meinte am Donnerstag auf Anfrage Katja Ruoff von der Blieskasteler Tourismusbehörde. „Wir sollten uns aber darauf einstellen, dass wir so etwas im November absagen müssen.“
So sieht es auch Landrat Theophil Gallo: „Solche Freizeitbetätigungen sollten jetzt nicht stattfinden. Wo man im Zweifel ist, ob etwas noch zulässig ist, sollte man es lassen. Zusammenkünfte, die nicht dringlich oder gesetzlich zwingend sind, sollten verschoben werden.“
Dringlich sind die Treffen des Krisenstabes im Landratsamt. Gallo: „Dort tagen wir stundenlang mit Maske. Das ist keine Spaßveranstaltung. Und unser Gesundheitsamt hat mobile Teams im Einsatz, die im Kreisgebiet Corona-Tests vornehmen. Aus der Kreisverwaltung haben wir rund 25 Leute zur Unterstützung ins Gesundheitsamt abgestellt. Seit Mittwoch sind noch fünf Mitarbeiter vom Roten Kreuz dabei, und jetzt kommen noch Kräfte von der Bundeswehr.“
Kein Verständnis für „Querdenker“
Der Landrat hat keine Lust, „all diese Mühen und Anstrengungen von sogenannten Querdenkern – ich weiß ja nicht, inwieweit die wirklich denken – torpedieren zu lassen. Es besteht die Gefahr, dass die Bevölkerung die Maßnahmen nicht mehr mitträgt. Ich finde es auch absolut unmöglich, wie der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki die Leute öffentlich zu gerichtlichen Klagen gegen die Verordnungen auffordert. Das ist verantwortungslos und gefährdet Menschenleben. Die aktuellen Beschränkungen sind doch zeitlich befristet – da muss man eben mal vier Wochen lang die Füße still halten.“ Dass die Gastronomie jetzt leidet, tue ihm leid, sagt Gallo: „Aber es gibt ja finanzielle Hilfen.“
Nicht ausschließen mag Gallo, dass im Saarpfalz-Kreis demnächst wieder eine mobile Corona-Teststation aufgeschlagen wird, wie es sie im Frühjahr auf dem alten Homburger DSD-Werksgelände gab. „Im Moment halte ich die Teststation in Saarbrücken aber noch für ausreichend.“
Aufgefallen sei ihm jedoch, dass die Corona-Patientenzahlen an den Homburger Unikliniken wieder spürbar im Steigen begriffen seien. „Und am Kreiskrankenhaus in St. Ingbert geht’s jetzt auch wieder los.“
Kind an Grundschule infiziert
Wie das Saarpfalz-Gesundheitsamt berichtete, wurde am 25. Oktober die Corona-Infektion eines Kindes an der Langenäcker-Grundschule in Homburg-Erbach gemeldet. Dort müssen jetzt 14 Kinder und sieben Fachkräfte, die in der zweiten Ferienwoche die Freiwillige Ganztagsschule betreuten, bis 6. November als Kontaktpersonen in Quarantäne bleiben. Sie alle wurden aber am Dienstag, 27. Oktober, negativ getestet. Für die Ganztagsschule wird eine Notbetreuung organisiert.
In St. Ingbert hat die Stadtverwaltung bereits alle öffentlichen Veranstaltungen bis zum Jahresende abgesagt. Darunter fallen die Halloween-Feier am 31. Oktober in der Fußgängerzone, der verkaufsoffene Sonntag am 28. November und der Weihnachtsmarkt. Und die Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag in St. Ingbert und seinen Ortsteilen werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten.
Info
- Das Corona-Infotelefon der Homburger Kreisverwaltung (06841/104-7306) ist ab sofort auch am Wochenende wieder besetzt, und zwar samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Montags bis freitags gelten weiter die Dienstzeiten von 8 bis 15.30 Uhr.
- Im Netz: saarpfalz-kreis.de
- Ständig aktualisiert wird die Corona-Webseite des Saarlandes corona.saarland.de