Saarbrücken Kostenlose Artikel zur Menstruationshygiene an der Uni
Mehrere europäische Studien aus den vergangenen Jahren belegten, dass sich viele Frauen im Hochschulbereich nicht ausreichend mit Menstruationsartikeln ausstatten können, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Sybille Jung. Die Gründe des Mangels lägen meist in der finanziellen Situation und dem fehlenden Zugang zu den Hygiene-Produkten. Außerdem werde die „Periodenarmut“ von der Tabuisierung des Themas Menstruation in der Gesellschaft begünstigt.
„Menstruationsprodukte gehören zum täglichen Bedarf wie Seife und Papierhandtücher. Die Spender-Automaten sind ein unterstützendes Signal, das im Studienalltag erleichternd spürbar sein wird,“ erklärt Jung.
Frankreich habe bereits auf das Problem reagiert und stelle den Studierenden seit 2021 landesweit an den Hochschulen kostenlos Binden und Tampons zur Verfügung. In Saarbrücken und Homburg will die Universität des Saarlandes mit fünf Selbstbedienungsautomaten zum neuen Semester ein ähnliches Zeichen setzen und den Enttabuisierungsprozess zum Thema Menstruation anstoßen.
Die Automaten seien frei zugänglich und hängen verteilt am Campus, damit Studierende aller Fachrichtungen mindestens einen Automaten in ihrer Nähe vorfinden und benutzen können. Diskret, aber nicht unsichtbar sollen die Automaten auf dem Campus wahrnehmbar sein, so die Gleichstellungsbeauftragte. Die Automaten sollen im Laufe des Semesters künstlerisch gestaltet werden.
Um auf das Angebot aufmerksam zu machen, sei am Dienstag, 26. Oktober, von 11.30 bis 14 Uhr in Saarbrücken und Homburg eine Auftaktaktion in den Mensen geplant, bei der Menstruationstassen kostenfrei verteilt werden. Die Kosten des Projekts werden von der Universität, dem AStA und dem Studierendenwerk in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste in Saarbrücken getragen, so das Gleichstellungsbüro der Universität.