Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Kind stirbt: Neue App alarmierte Ersthelfer

Rettungs-, Notarzt- und Polizeiwagen waren an der Hochstraße, wo Helfer versuchten, ein Kind wiederzubeleben.
Rettungs-, Notarzt- und Polizeiwagen waren an der Hochstraße, wo Helfer versuchten, ein Kind wiederzubeleben.

Helfer, die im Publikum beim Neujahrsempfang des Saarbrücker OB Uwe Conradt saßen, wurden am Freitagabend von einer neuen App alarmiert. Sie versuchten eine Wiederbelebung. Das Kind starb.

Am Freitagabend hat Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) zum traditionellen Neujahrsempfang geladen. In seiner Rede kritisierte er unter anderem die Regierung wegen der extremen demokratischen Hürden, die sie den Städten auferlegen würde. Er sagte, Stadt und Regionalverband wollten 21 Millionen Euro in Saarbrückens Schulen und Kitas investieren. Während seiner Rede verließen einige Menschen im Laufschritt das E-Werk, um zu versuchen, ein Kind wiederzubeleben. Die Polizei hat den Notfall bestätigt.

Einen Tag vor dem Notfall während des Neujahrsempfangs am Freitagabend wurde die „Saarretter“-App vorgestellt. Die Idee dahinter: Qualifizierte Helfer können sich auf der App registrieren und werden dann bei Notfällen alarmiert, um vor Ort die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Sie führen Erste-Hilfe-Maßnahmen durch und sichern für die Betroffenen wichtige Minuten. Laut den Initiatoren der App, dem ZRF Zweckverband Saar und dem saarländischen Innenministerium, haben sich bereits über 600 Nutzer auf der App registriert.

Polizei spricht von „Kindstod“

Einige dieser Helfer – darunter waren auch Angehörige von Hilfsorganisationen – waren beim Neujahrsempfang von Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt im E-Werk. Sie sind mit einem Rettungswagen zum Einsatzort in der Nähe des E-Werks gefahren, um einem Kind zu helfen. Zuvor waren sie über die neue Saarretter-App über den Notfall informiert worden.

In der Halle erfuhren die Teilnehmer des Empfangs noch vom Notfall. Die Veranstaltungsleitung sei darüber informiert worden, dass es sich um einen Einsatz gehandelt habe, bei dem es um die Wiederbelebung eines Kindes gegangen sei. Trotz des Einsatzes sei das Kind aber verstorben. Der Einsatzort habe sich an der mit dem Auto rund drei Minuten vom E-Werk entfernten Hochstraße befunden. Dort seien vor einem Mehrfamilienhaus mehrere Rettungswagen, ein Notarzt und mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei vor Ort gewesen.

Die Hochstraße wurde von einem Polizeiwagen abgesperrt. Notfallseelsorger waren ebenfalls vor Ort, um Angehörige zu betreuen. Die Polizei bestätigte den Kindernotfall und geht von einem „plötzlichen Kindstod“ aus. „Ein entsprechendes Todesermittlungsverfahren läuft“, sagte ein Sprecher des saarländischen Landespolizeipräsidiums am Montagvormittag. Ob eine Obduktion durchgeführt wird, sei noch nicht bekannt. Weitere Details wolle die Polizei aus Rücksicht zu der Familie des Kindes nicht bekannt geben.

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