Homburg / Saarbrücken Jugend forscht: Den Orientierungssinn im MRT untersucht

Mario Gebhardt hat für den Wissenschaftswettbewerb „Jugend forscht“ Menschen im MRT untersucht. Dabei wollte er herausfinden, we
Mario Gebhardt hat für den Wissenschaftswettbewerb »Jugend forscht« Menschen im MRT untersucht. Dabei wollte er herausfinden, weswegen alle einen unterschiedlich gut ausgeprägten Orientierungssinn haben.

Beim diesjährigen Landeswettbewerb „Jugend forscht“ siegte im Fachbereich Biologie der 20-jährige Mario Gebhardt aus Homburg. Der ehemalige Schüler des Johanneums machte 2019 sein Abitur und ging danach für ein freiwilliges soziales Jahr ins Schülerforschungszentrum „Die Gehirnwerkstatt“ an die Uniklinik. Nun ist er für den Bundesentscheid nominiert.

In die „Gehirnwerkstatt“ werden Schulklassen eingeladen, um sich mit dem Gehirn und den Untersuchungsmethoden der Magnetresonanztomografie (MRT) zu beschäftigen. Wer dabei gute Ideen entwickelt, darf sogar selbst mit den Millionen-Euro teuren Geräten arbeiten. „Wir haben schon neunjährige mit dem MRT arbeiten lassen“, sagt Gebhardt, der inzwischen Medizin in Regensburg studiert und während der Arbeit in der Gehirnwerkstatt eine eigene Forschungsidee entwickelte: „Ich hatte mich gefragt, warum in meiner Familie jeder einen anders ausgeprägten Orientierungssinn hat und woran das liegen könnte.“

Zusammen mit dem Neurobiologen Christoph Krick entwickelte Gebhardt eigenständig eine Untersuchungsanordnung und spiegelte seinen freiwilligen Probanten im MRT ein Labyrinth vor. 24 Minuten lagen die Testpersonen in der Röhre. In dieser Zeit mussten sie sich allein mit den Augen aus dem Labyrinth heraussteuern. Die Gehirnaktivitäten wurden gleichzeitig gemessen, Gebhardt fand unterschiedliche Gehirnareale, die für die Orientierung in der nahen Distanz und die Ferne verantwortlich sind. „Die einen verhindern, dass wir gegen die Regale laufen, die anderen helfen, die Kasse zu finden.“

Die Homburger Gehirnwerkstatt hatte mehrere Arbeiten im Wettbewerb. „Wir nehmen die forschenden Jugendlichen bei uns ernst wie Kollegen. Sie bringen uns neue Impulse und haben uns schon wegweisende Ideen geliefert“, schwärmt Krick. Einmal in der Woche ist das MRT abends für diese Zwecke reserviert. Dabei hat die Uni keine Scheu, millionenteure Geräte Kindern und Jugendlichen unter Aufsicht zum Arbeiten zur Verfügung zu stellen. „Von einer 16-jährigen kam die Idee, die menschlichen Moralvorstellungen zu erforschen. Das ist heute ein ernsthafter interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt“, erzählt Krick. „Eine echte Synergie. Unsere Doktoranden greifen Ideen auf, wir bilden Teams mit Schülern. Da kommen echte Erkenntnisse raus, was uns sehr begeistert“, sagt der Neurobiologe und sieht „echte Inspirationen für die erwachsenen Forscher.“ 2020 waren vier Teams aus Homburg bei Jugend forscht angetreten, Gebhardt nimmt nun am Bundeswettbewerb teil.

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