Saarbrücken
Jubiläumsfeier an der Saar-Universität: „Eine einzigartige wissenschaftliche Gemeinschaft“
„Die Universität hat sehr außergewöhnliche Wurzeln“, sagt Universitäts-Präsident Manfred Schmitt bei der Jubiläumsfeier am Mittwochnachmittag im Audimax. Die Universität des Saarlandes wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. An beiden Standorten, also Saarbrücken und Homburg, wird der Geburtstag im großen Stil gefeiert. Der Jubiläumsfestakt im Audimax am Mittwoch ist eine von vielen Feiern.
Für Schmitt zeichnet sich die Saar-Universität vor allem durch ihre europäischen und internationalen Partnerschaften aus. Der Europagedanke ist dabei tief in den Wurzeln der Hochschul-Philosophie verankert. Schmitt erinnert an die Gründung der Hochschule am 15. Januar 1946. „Eine Zeit, als das Saarland noch politisch teilautonom und ökonomisch mit Frankreich verbunden war“, sagt Schmitt. Die Hochschul-Gründung war in der frühen Nachkriegszeit nur mit der Verbindung zu Frankreich überhaupt möglich. Ihre Wurzeln hat die Hochschule jedoch am Homburger Campus. Die französische Militärregierung gab damals die Erlaubnis, dort medizinisch-klinische Fortbildungskurse für die aus Krieg und Gefangenschaft heimkehrenden Saar-Medizinstudenten durchzuführen. Der Campus in Saarbrücken öffnete im November 1948 seine Tore. Dann bezogen die philosophische sowie rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Fakultät die frühere Below-Kaserne im St. Johanner Stadtwald.
Die Universität kann jede Herausforderung meistern
Die naturwissenschaftliche Fakultät bleib noch bis 1950 am Homburger Campus, ehe auch diese nach Saarbrücken umzog. Die Medizin-Fakultät ist noch bis heute in Homburg untergebracht.
„Heute ist die Universität modern, weltoffen und international geprägt“, stellt Schmitt fest. Der Universitäts-Präsident erwähnt in diesem Kontext auch die zahlreichen Partnerschaften und die Zusammenarbeit mit Hochschulen, verteilt auf dem gesamten Globus. Unter anderem liegen die Partner-Unis in Argentinien, Brasilien, China, Costa Rica, Japan, Kolumbien, Mexiko, Taiwan und den USA. An den beiden saarländischen Standorten gibt es laut Schmitt eine „Vielzahl attraktiver Studiengänge und eine exzellente Forschung“. Insgesamt waren im jüngsten Wintersemester fast 17.000 Studentenden in der Saar-Uni für ein Studium eingeschrieben. Die knappe Mehrheit (51,2 Prozent) sind Frauen. 70 Bachelor-Studiengänge gibt es an der Uni, hinzu kommen 61 Masterstudiengänge.
Ein besonderes Anliegen der Universität ist laut Schmitt zudem, den Strukturwandel der Großregion voranzutreiben und zu unterstützen. „Dass wir das können, haben wir in der Vergangenheit bereits bewiesen“. Die Saar-Uni sei eine führende Hochschule bei der Gründung junger Unternehmen - nicht zuletzt gibt es am Saarbrücker Standort auch den Gründer-Campus. Zudem habe die Uni oftmals bewiesen, wie gut sie mit Herausforderungen umgehen kann. Schmitt nennt als Beispiel hierzu die Corona-Pandemie, die starke Auswirkungen auf den Lehr- und Forschungsbetrieb der Hochschule hatte. „Wir sind eine einzigartige wissenschaftliche Gemeinschaft“, sagt Schmitt.
Rolles: Keine Angst vor künstlicher Intelligenz
Der Moderator der Jubiläumsfeier Rolland Rolles, der eigentlich der Vizepräsident für Verwaltung und Wirtschaftsförderung ist, machte an einem simplen Beispiel die Bedeutung der Universitätslehre klar. „Ich habe Chat GPT (das ist eine neue künstliche Intelligenz im Internet, Anm. der Redaktion) nach dem Durchschnittsalter deutscher Universitäten gefragt“, sagt Rolles. Eine wirkliche Antwort kam dabei nicht raus, vielmehr eine schwammige Aussage der künstlichen Intelligenz. Für Rolles ist das ein deutliches Zeichen, dass der menschliche Geist dem des Computers noch lange überlegen ist. „Jeder Student hätte diese Frage besser gelöst“. Rolles machte mit dem Beispiel klar, dass auch noch in 25 Jahren, also wenn die Uni ihren 100. Geburtstag feiert, die Forschung und Lehre von hoher Bedeutung sein werden.
Am Samstag Tag der offenen Tür am Saarbrücker Campus
Zum Ende der Jubiläumsveranstaltung wurde dann noch eine Zeitkapsel versiegelt, sie soll zum 100. Universitätsgeburtstag im Jahr 2048 geöffnet werden. Zudem wurde die Feier musikalisch vom Universitätsorchester begleitetet, es wurden drei klassische Stücke gespielt: Der Ungarische Tanz Nummer eins und Nummer fünf von Johannes Brahms sowie „Il matrimonio segreto“ von Domenico Cimarosa.
Der nächste Termin des Universitätsgeburtstages findet bereits am kommenden Samstag, 13. Mai, statt. Dann ist nämlich ab 10 Uhr Tag der offenen Tür auf dem Saarbrücker Campus. Die Universität stellt dabei ihre Arbeit vor, Studieninteressierte können sich über das Studienangebot an der Hochschule informieren. Das Programm gibt es im Internet unter uni-saarland.lineupr.com/infotag2023/.