Volmünster
In Frankreich haben alle Geschäfte und Friseure geöffnet
„Seit Mitte Januar kommen verstärkt Deutsche in meinen Salon“, sagt Marie Claude Sarter, die ihren Friseursalon MC Coiffure im lothringischen Grenzort Volmünster betreibt. Die Hälfte der Kundschaft machen die Deutschen noch nicht aus. Aber es hat sich wohl herumgesprochen, dass die 48-jährige Friseurin gut Deutsch spricht. Das erleichtert die Kommunikation. „Vor allem Schnitte und Färbungen sind gefragt“ sagt Sarter. Vor 18 Jahren hat die Lembergerin den Salon übernommen, in dem sie vorher schon einige Jahre gearbeitet hatte. „Damals gab es in Lemberg schon drei Friseursalons“, erklärt sie, warum sie sich für Volmünster entschieden hat.
Im Umland lebende deutsche Staatsbürger – etwa solche, die im nahen Schweyen wohnen – waren auch schon vor Ausbruch der Pandemie zu ihr gekommen. Nun sind es mehr geworden, ohne Termin läuft da nichts mehr. „Die Kunden rufen an oder kommen vorbei, um einen Termin zu vereinbaren. Sie kommen aus Zweibrücken, Homburg, Brenschelbach, Hornbach und anderen Orten aus dieser Ecke.“ Maximal zwei Personen darf sie in ihren Salon lassen, den sie als Ein-Frau-Betrieb führt. „Während beim Färben die Farbe einzieht, kann ich einem anderen Kunden die Haare schneiden“, erzählt die Unternehmerin. Auch Kinder und Senioren werden hier bedient.
Die Pfälzer, die zu Marie Claude Sarter in den Salon kommen, können außer „Bonjour“ und „Merci“ kaum Französisch, hat sie festgestellt. Ihre Gäste von jenseits der Grenze seien aber sehr freundlich, lobt die Geschäftsführerin. Manche buchen gleich schon mal den nächsten Besuch, sodass das Geschäft bereits Termine für März und April vergeben hat. Angst vor Corona habe hier niemand: „Im Krankenhaus in Bitsch gibt es keinen einzige Fall. Hier im Umkreis ist alles ruhig“, meint Sarter.
Kritik am „Hin und Her bei den Deutschen“
Sie selbst fuhr bis vor ein paar Monaten auch regelmäßig über die Grenze nach Deutschland, zum Tanzen und zum Einkaufen in den Globus. Inzwischen hat sie das aufgegeben: „Das Hin und Her bei den Deutschen ist nicht mehr überschaubar. Mal ist man willkommen, dann wieder nicht, da bleibe ich lieber zu Hause. Im Frühling 2020, beim ersten Lockdown, konnte man nicht gar nicht rüber. Das war ein bisschen wie im Krieg.“
Dass jetzt verstärkt Deutsche in sein Fachgeschäft (Pulsar in Volmünster) für Elektrogeräte und Fernseher kämen, kann Pierrot Staebler nicht feststellen. Er habe nur wenige deutsche Kunden – meist die, die hier in Lothringen wohnen. Aber auch Staebler berichtet, dass es im Bitscher Land kaum Corona-Fälle gebe. „Vor dem Virus habe ich keine Angst. Man erzählt da viel Unsinn, im Bitscher Land ist es ruhig, Ich kenne zwar etliche, die das Virus schon hatten, aber es geht ihnen gut. Sie hatten alle nur Grippe-Symptome. Man macht uns zu viele Einschränkungen. Man muss eben mit dem Virus leben und sich daran gewöhnen. Wer sich nicht impfen lässt, ist selber schuld“, meint der Händler, der selbst nicht über die Grenze in die Pfalz fährt.
Nach 18 Uhr droht ein Strafbescheid über 135 Euro
„Die Deutschen wissen im Prinzip Bescheid über die Ausgangssperre“ sagt Friseurin Sarter. Werden sie nach 18 Uhr in Frankreich erwischt, müssen sie 135 Euro Strafe zahlen. Und weiter als 30 Kilometer von ihrem deutschen Wohnort dürfen sich die Bewohner der Grenzregion in Frankreich nicht aufhalten. Dafür müssen sie keinen negativen Coronatest vorweisen, um die Grenze zu queren.
Wo man die aktuellen Corona-Vorschriften für Frankreich findet
„Kontrolliert wird zurzeit aber nicht an der Grenze in Hornbach“, weiß Elke Lapp, die als Pfälzerin in Schweyen wohnt. Zweibrücker, die häufig rüberfahren, bestätigen dies. Aber den korrekt ausgefüllten obligatorischen Passierschein aus dem Internet sollte man schon dabei haben.
Ausführliche Informationen auf Deutsch zu den aktuellen Regeln im Nachbarland stehen hier und hier
