Webenheim RHEINPFALZ Plus Artikel In der Webenheimer Kirche gibt es nun Urnengräber

Blick von der Empore: Insgesamt 576 Urnengräber stehen in der Webenheimer Kirche. Die Fächer sollen an aufgeschlagene Bücher eri
Blick von der Empore: Insgesamt 576 Urnengräber stehen in der Webenheimer Kirche. Die Fächer sollen an aufgeschlagene Bücher erinnern.

Die Idee, Urnengräber in der Webenheimer Kirche aufzustellen, ist etwas aus der Not heraus entstanden. Das sogenannte Kolumbarium ist dennoch nicht nur ein reiner Bestattungsort, vielmehr ist es ein Kunstwerk, dass den Tod mit dem Leben verbindet.

„Der Tod mitten im Leben“, schreibt die evangelische Kirchengemeinde in Webenheim zum sogenannten Kolumbarium. Weiter: „Mit der Urnen-Begräbnisstätte in Webenheim verbinden wir Tod und Leben unter dem Dach der Martin-Luther-Kirche. Hier finden Gottesdienste statt, es wird gesungen und gefeiert – genau wie Abschied genommen und getrauert wird. So bleiben die Verstorbenen gegenwärtig, wie auch die Erinnerung an sie gegenwärtig bleibt in uns“.

Das gänzlich neue Projekt wurde am 10. März in der Webenheimer Luther-Kirche eingeweiht. Im hinteren Teil des Kirchenschiffs, unter Empore und Orgel, hat die Künstlerin Madeleine Dietz zwölf aufgeschlagene Bücher mit Urnenfächern gestaltet. Durch ein Lebenstor ist das Kolumbarium mit dem Altarraum der Kirche verbunden. „Das ist der symbolische Übergang vom Leben zum Tod“, sagt sie.

Insgesamt 576 Urnengräber wurden so im Kirchenschiff in Webenheim geschaffen. Jeder Buchtitel wird durch einen Psalm bestimmt und jede Verschlussplatte ist von Hand bemalt und damit laut Kirche so einzigartig wie der oder die Verstorbene selbst. „Durch die Integration des Kolumbariums in den Kirchenraum, in dem nach wie vor gesungen, gefeiert und gebetet wird, Konfirmationen genauso wie Trauerfeiern und Hochzeiten stattfinden, bleiben die Verstorbenen im Herzen der Gemeinde und des Lebens“, sagte Pfarrerin Ines Weiser-Weyland bei der offiziellen Eröffnung des Kirchenprojektes.

Die Urnengräber nutzten den Raum aus

Das Kolumbarium ist eine Tugend, die aus der Not geboren wurde. Denn die 1866 im neugotischen Stil erbaute Martin-Luther-Kirche war schlicht zu groß, es gab viel ungenutzten Raum. „Mit dem Bau des Kolumbariums geht unsere kleine Gemeinde einen innovativen und nachhaltigen Schritt, um den aus heutiger Sicht überdimensionierten Raum teilweise als Begräbnisstätte mittendrin zu nutzen“, so die Pfarrerin.

Die einmaligen Kosten für eine Einzelgrabstätte betragen 2300 Euro, für eine Doppelgrabstätte 4600 Euro. Im Preis enthalten sind Pflege- und Verwaltungskosten, eine Grabplatte mit Inschriftentäfelchen inklusive Gravur sowie die Nutzung der Kirche für die Trauerfeier. Pro Kalenderjahr kostet die Verlängerung des Nutzungsrechtes 153 Euro. Nach dem Ende des Nutzungsrechtes kann die Asche der Verstorbenen im sogenannten Ewigkeitsort, ein anonymes Sammelgrab für Urnenbestattete, aufbewahrt werden.

Nähere Informationen zum Kolumbarium Webenheim und Anträge für die Nutzungsrechte an einem der neuen Urnengräber bekommt man beim protestantischen Verwaltungszweckverband Zweibrücken-Pirmasens in der Johann-Schwebel-Straße 16 in Zweibrücken, Telefon 06332/924519. Direkte Ansprechpartnerin ist Sabine Grunder (sabine.grunder@evkirchepfalz.de).

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