Homburg
Homburg: Exfreundin belastet mutmaßlichen Brandstifter
Dieser soll sich laut Anklage am 18. Dezember abends nach Geschäftsschluss mit einem passenden Schlüssel Zugang zum Café verschafft haben und nach vergeblicher Suche nach Bargeld und Wertgegenständen das Café mit Teelichtern in Brand gesetzt haben. Durch das schnelle Eingreifen der Homburger Feuerwehr ist möglicherweise ein Katastrophe in der Homburger Innenstadt verhindert worden. Eine im dritten Obergeschoss wohnende Studentin konnte sich gerade noch rechtzeitig durch das „Sturmklingeln“ eines Unbekannten mit ihren beiden Hunden in Sicherheit bringen. Durch den Brand entstand im Café Schaden von rund 80 000 Euro.
Die Brandermittler kamen dem Mann, der seit zwei Wochen wegen versuchten Diebstahls und Brandstiftung auf der Anklagebank sitzt, schnell auf die Spur. Er ist der Ex-Freund einer im Café beschäftigen Frau und er ist den Ermittlern wegen ähnlicher Straftaten bereits bekannt. Der Angeklagte soll gegen den Willen seiner Ex-Freundin am 18. Dezember 2019 gegen 19.30 Uhr aus ihrer Wohnung den Schlüssel mitgenommen und laut Anklage den Brand im Café gelegt haben.
Vier Monate zuvor aus der Haft entlassen
Die Ex-Freundin des Angeklagten sagte am Montag vor Gericht aus. Sie erklärte das Geschehen am Tatabend: „Er wurde im August aus der Lerch (Gefängnis Lerchesflur in Saarbrücken) entlassen. Die Beziehung mit ihm war nicht gut. Er war eifersüchtig und hat mir immer wieder gedroht. An besagtem 18. Dezember kam er gegen 19.30 Uhr von Kaiserslautern zurück, wo er sich um eine Arbeit gekümmert habe. Er war gut druff. Er war betrunken“.
Beim Streit um den Fernseher habe er wutentbrannt ihre Wohnung verlassen und ihren Schlüsselbund, der in der Wohnungstür steckte, gegen ihren Willen mitgenommen. An diesem Bund hing auch der Schlüssel zum Nebeneingang des Cafés, den sie mit Einverständnis des Chefs bei sich trug.
Mit Handy den Brand gefilmt
Trotz wiederholter Aufforderung über einen Kurznachrichtendienst habe er sich geweigert, ihr den Schlüssel zurück zu bringen. „Ich war mir hundert Prozent sicher, dass er den Schlüssel hat“, sagte die Ex-Freundin am Montag. Nach 21 Uhr habe er ihr den Schlüssel zurück gebracht und sich entfernt. Kurz danach habe er ihr ein Handyvideo geschickt, auf dem der Feuerwehreinsatz und aufsteigender Rauch zu sehen waren. Wie ein Ermittler bestätigte: „Man sieht Rauch, der aus dem Café Dolce drang“.
Die Staatsanwältin geht von einer Tatzeit zwischen 20.10 und 21.06 Uhr aus. Eine junge Verkäuferin erklärte vor Gericht: „Um 18.30 Uhr habe ich alle Türen verschlossen und alle Sicherungen ausgeschaltet. Ich bin als Letzte gegangen. Die Kollegin – die Ex-Freundin des Angeklagten – hatte zuvor die Kasse abgerechnet. Sie hat das Café vor mir verlassen“. Für den Prozess sind weitere Verhandlungstage vorgesehen.