St Ingbert RHEINPFALZ Plus Artikel Havarie in Metallfabrik fordert zehn Verletzte

Der Rettungsdienst ist mit mehreren Rettungs- und Notarztwagen im Einsatz.
Der Rettungsdienst ist mit mehreren Rettungs- und Notarztwagen im Einsatz.

Beim Automobilzulieferer Voit Automotive in der Saarbrücker Straße in St. Ingbert hat sich am Dienstagmorgen, 27. Juli, ein Betriebsunfall ereignet. Zehn Menschen erlitten Rauchvergiftungen, als flüssiges Aluminium aus einem Gießereiofen austrat und Material in Brand setzte.

Nach Angaben der St. Ingberter Polizei war es „während des Arbeitsprozesses zum Überlauf von flüssigem Metall“ gekommen, was „in der Folge zu einem kleineren Brandgeschehen und entsprechender Rauchentwicklung führte“. Weil die betriebseigene Werksfeuerwehr sofort mit dem Löschen begonnen habe, habe „offensichtlich zu keinem Zeitpunkt eine größere Brandgefahr“ bestanden. Dennoch seien während des Löscheinsatzes zehn Mitarbeiter der Firma durch Rauchvergiftungen leicht verletzt worden.

Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Einsatz der Rettungswagen konnte von der Saarbrücker Straße aus gut beobachtet werden. Der dort fließende Durchgangsverkehr sei aber kaum beeinträchtigt worden.

Die polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an. Der Kriminaldienst Sulzbach hat das Ermittlungsverfahren eingeleitet. Neben der Polizei waren auch Fachleute vom saarländischen Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (Lua) im Einsatz.

Ausbruch in der Gießerei

Einsatzkräfte hatten bereits am Morgen vor Ort vermutet, dass das Feuer in der Gießerei entstanden ist. Dort wurden die Mitarbeiter durch Rauchgase verletzt. Am Großeinsatz nahm der Rettungsdienst mit mehreren Rettungs- und Notarztwagen teil. Die Freiwillige Feuerwehr St. Ingbert war offenbar nicht im Einsatz.

Nach Angaben des Sprechers Stephan Laßotta vom Landespolizeipräsidium Saarbrücken hatte sich hingegen sogleich die Voit-Werksfeuerwehr an die Arbeit gemacht, nachdem aus einem Gießereiofen flüssiges Aluminium ausgetreten war und umliegendes Material entzündet hatte.

Über die genaue Zahl der Verletzten hatte Laßotta zunächst keine Informationen: „Wir wurden leider erst verständigt, als ein Teil der Betroffenen schon abtransportiert war.“ Später wurde dann die Zahl von zehn Betroffenen mit Rauchgasvergiftungen nachgereicht.

Jetzt soll auch überprüft werden, ob der Arbeitsunfall etwa auf Fremdverschulden zurückzuführen ist. Entsprechende Untersuchungen seien eingeleitet. Das Feuer sei von der Werksfeuerwehr gelöscht worden.

Tradition seit 1947

Am Werk fielen die vielen Rettungsfahrzeuge auf, nachdem die Rettungsleitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg Großalarm ausgelöst hatte. Von mehreren umliegenden Rettungswachen waren Fahrzeuge entsandt worden. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Notfallrettung waren den Helfern zunächst acht Betroffene gemeldet worden.

1947 von Willy Voit als Stanz- und Prägewerkstatt in St. Ingbert gegründet, firmiert die Voit Automotive GmbH heute als international agierender Automobilzulieferer. Am Hauptstandort St. Ingbert mit zwei Werken beschäftigt der Unternehmensverbund etwa tausend Mitarbeiter, weltweit an fünf Produktionsstandorten etwas mehr als 2000. Zum Unternehmensverbund gehören neben der Muttergesellschaft die St. Ingberter BTI Bearbeitungstechnologie sowie die Gesellschaften Voit Automotive de México im mexikanischen Jalisco, Voit Polska und Fonderie Lorraine mit 420 Mitarbeitern im nahen französischen Großblittersdorf: Dort werden Komponenten in Aluminiumdruckguss für Motor, Getriebe und Elektroantriebe gefertigt.

Voit zählt heute nach eigenen Angaben zu den zwölf größten Unternehmen im Saarland. Jährlich gut 100 Millionen Teile würden bei Audi, BMW, Mercedes, VW, Ford, Chrysler, Jaguar und Landrover in Triebwerk, Kraftstoffversorgung, Antriebsstrang, Abgassystem, Fahrwerk, Karosserie und Assistenzsystemen verbaut.

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