Saarbrücken
Google und Saar-Uni: „Heute ist ein großartiger Tag für Google“
Die Universität des Saarlandes in Saarbrücken ist weltweit bekannt für ihren Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Und nun wird sie noch ein bisschen bekannter: Im Juni verkündete das Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken (MPI), dass es gemeinsam mit Google noch intelligentere Computer entwickeln möchte. Gestern gab es dazu eine Auftaktveranstaltung: An der Saarbrücker Uni fiel der Startschuss für die Zusammenarbeit, berichtet Philipp Zapf-Schramm stolz der RHEINPFALZ.
Der Pressesprecher am Kompetenzzentrum Informatik an der Uni erzählt uns, was es mit dem neuen Forschungscenter auf sich hat: Das MPI und Google wollen am „Saarbrücken Research Center for Visual Computing, Interaction and Artificial Intelligence (VIA)“ gemeinsam forschen. Ihre Mission: Der Künstlichen Intelligenz noch näherkommen.
Google forscht gemeinsam mit Saarbrücker Uni und MPI
Google und das Max-Planck-Institut stellen zwei Fragen in den Fokus: Wie kann man die Künstliche Intelligenz weiter voranbringen? Und wie kann man Mensch und Maschine in Verbindung bringen? Ein Beispiel: Wir kennen sie alle, die Roboter, die in verschiedenen Filmen, Comics und teilweise auch schon in der Realität existieren. Manche Roboter werden so programmiert, dass sie – ähnlich wie wir – in einem sozialen Umfeld interagieren können. So wie in der Pflege. Ein paar Pilotprojekte gibt es dazu schon. Die Vorteile: Sie müssen keine Sprachen lernen wie wir, sondern werden programmiert. Sie werden auch nicht müde, haben keine schlechte Laune, und fordern keine Lohnerhöhung. Auch, wenn das ethisch ein paar Fragen aufwirft, ist es laut Forschungs-Center-Leiter Christian Theobalt wichtig, in diesem Bereich zu forschen.
Die beiden Forschungspartner wollen ab heute gemeinsam herausfinden, wie man die Künstliche Intelligenz noch besser einsetzt und weiterentwickeln kann. Konkret geht es um Bereiche wie Computergrafik, Computer Vision und Mensch-Maschine-Interaktion an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz.
Der Clou: Die Universität des Saarlandes ist mittendrin, statt nur dabei, wie uns der Leiter des neuen Forschungscenters Professor Christian Theobalt berichtet: „Das Zentrum wird eng mit der Universität des Saarlandes und den zahlreichen, international renommierten Informatik-Forschungseinrichtungen im Saarland zusammenarbeiten.“
Die Gesellschaft ist im Wandel
Und was sagt Tech-Gigant Google dazu? „Heute ist ein großartiger Tag für Google und unsere Partner am Max-Planck-Institut“, schwärmt Shahram Izadi, Senior Director bei Google. Das VIA-Center werde „den Weg für neue Algorithmen ebnen“. So wolle man gemeinsam eine verbesserte Verantwortlichkeit gewährleisten – „in Form von besserer Erklärbarkeit, Robustheit und Vertrauenswürdigkeit.“
Schaut man sich um, findet man schon viele Beispiele, wie der Mensch durch Innovation abgelöst wird: In manchen Supermärkten kann man seine Einkäufe selbst scannen und bezahlen, statt die Sachen auf die Kasse legen zu müssen. Und das ist nur ein Beispiel für den Fortschritt: Die Welt ist in einem Zeitalter des Wandels. Die Saarbrücker Universität freut sich über die Möglichkeit, mit dem Tech-Riesen zu forschen – in und an der Zukunft, sozusagen. „Wir sind ausgesprochen erfreut über die enge Kooperation mit Google“, berichtet Christian Theobalt der RHEINPFALZ. Es liege großes Potenzial darin, wenn eines der führenden wissenschaftlichen Institute der Informatik mit einem der weltweit größten industriellen Forschungsabteilungen zusammenarbeitet.
„Wir sehen hier herausragende Chancen, zukunftsweisende wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen“, sagt der Forschungschef. Die beiden Partner gestalten ab sofort Bereiche in der Computerwissenschaft, „die schon heute das Leben der Menschen maßgeblich beeinflussen, positiv mit“.
Anke Rehlinger: „Arbeitsplätze der Zukunft“
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger sprach von „Arbeitsplätzen der Zukunft. Das Max-Planck-Institut für Informatik ist eine der tragenden Säulen unseres international anerkannten Forschungsstandorts. Ein Leuchtturm bei der Erforschung von Algorithmen, maschinellem Lernen oder Computergrafiken.“
Das MPI habe „einen innovativen Leader wie Google ins Saarland geholt, der unserem Wissenschaftsstandort neue Impulse geben wird.“ Von der Partnerschaft zwischen MPI und Google profitiere auch die Saarwirtschaft, „etwa durch Gründungen oder Technologietransfer mit Arbeitsplätzen der Zukunft. Das wird uns helfen, die riesigen Herausforderungen durch den Strukturwandel zu meistern.“
Infos
Das Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken zählt zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen in der Informatik. Seit der Gründung 1990 entwickeln Wissenschaftler am Institut Algorithmen für Datenbanken, Informationssysteme und Bioinformatik.