Saarbrücken
Gefoltert: Musikmanager verschleppt – Prozess beginnt im September
Es war eine Entführung, die Anfang des Jahres für Aufsehen gesorgt hat. Ein 41 Jahre alter Musikmanager wurde von Frankfurt nach Saarbrücken verschleppt und gefoltert. Vier Männer im Alter zwischen 39 und 45 Jahren werden verdächtigt, die Tat begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken wirft ihnen erpresserischer Menschenraub und Körperverletzung vor. Im September soll der Prozess vor dem Landgericht beginnen.
Die vier Täter sollen ihr Opfer am 21. Januar 2023 im hessischen Neu-Isenburg in einen Hinterhalt gelockt, geschlagen und in die saarländische Landeshauptstadt gelockt haben. Die mutmaßlichen Täter sollen dem Musikmanager während der Fahrt eine Sturmhaube übergezogen haben, dass er die Fahrt nicht verfolgen konnte. In der Dudweilerstraße sollen sie ihn dann in einem Kellerraum mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt und ihn misshandelt haben. Die Polizei vermutet, dass der Grund für die Entführung ein Drogenschaft sein könnte, auf das sich der Musikmanager nicht einlassen wollte. Angeblich wollte das Opfer für einen gescheiterten Drogendeal keine 100.000 Euro zahlen. Zwei Tage Bedenkzeit sollen ihm die Verdächtigen gegeben und ihn in einer 3,5 Grad kalten Kühlkammer zurückgelassen haben. Das Opfer konnte sich befreien. Seine Hilfeschreie hörten Passanten durch einen Lichtschacht; sie riefen die Polizei. Feuerwehrleute befreiten den Entführten und brachten ihn ins Krankenhaus.
Drei der vier mutmaßlichen Täter sitzen momentan in Untersuchungshaft. Im Februar konnte die Polizei die beiden Hauptverdächtigen festnehmen. Es handelt sich dabei um den Betreiber eines Restaurants in Saarlouis und einen Betreiber eines Fitnessstudios in Saarbrücken. Die beiden anderen Verdächtigen wurden im März und Mai gefasst.