Einöd
Fleischkäsweck: Wird er bald mehr als einen Euro kosten?
Dick, dicker, der „Fleeschkäsweck vom Globus“. Wenn man zum Globus-Markt in Einöd, nur ein paar Autominuten von Zweibrücken entfernt geht, kann man sich von dem Fleischkäse-Trümmer zwischen den zwei Brötchenhälften überzeugen. Einen Euro verlangt die saarländische Supermarkt-Kette für die Spezialität. Ohne Frage ein Kampfpreis. Die gute Nachricht vorweg: Aktuell ist bei der Globus-Gruppe keine Preiserhöhung geplant, „wir werden unseren Fleischkäseweck auch bis auf Weiteres für einen Euro anbieten“, schreibt Andreas Brenner von der Globus-Pressestelle auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Ob das für immer so bleiben wird, ist jedoch fraglich. „Auch wir spüren die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sowie hohe Betriebskosten“, schreibt Brenner. Vorteil: Weil die Brötchen und der Fleischkäse in den Märkten vor Ort hergestellt werden, spart das Kosten.
Der Ein-Euro-Kampfpreis gilt laut Brenner jedoch nur in den Globus Markthallen. Wer an den Metzgergrills in Mainz, Koblenz, Worms, Wirges oder Höhr-Grenzhausen (beide im Westerwaldkreis) einen Fleischkäse kauft, muss tiefer in die Tasche greifen. Grund: Der Fleischkäse und die Brötchen müssen dorthin transportiert werden. Ebenso teurer macht den Fleischkäseweck die Miete der Metzgergrills, so Brenner.
Kein „Fleischkäseweck-Wettessen“ mehr geplant
Zurück nach Einöd: Pro Monat geht dort im Globus eine fünfstellige Anzahl Fleischkäsebrötchen über die Theke. Wie viel Geld an einem saarländischen Belegten als Gewinn übrig bleibt, beantwortet Brenner nicht. Vom Globus-Pressesprecher heißt es: „Selbstverständlich arbeiten wir wirtschaftlich.“ Zudem ist der Fleischkäseweck an der Grilltheke der Verkaufsschlager – obwohl dort auch andere Imbiss-Speisen wie Lyoner-, Schnitzel- und Frikadellenweck, Belegte und Co. verkauft werden. Brenner: „Der Fleischkäseweck ist in der Tat der beliebteste Artikel an unseren Imbiss-Theken und als unser Klassiker weit über die Globus-Grenzen hinaus bekannt.“
Im Juli 2023 sollte im Einöder Globus sogar ein Fleischkäseweck-Wettessen stattfinden. Mindestens zehn Kandidaten hatte der Globus-Markt dafür gesucht. Dann wurde das Wettessen urplötzlich abgesagt. Das Unternehmen antwortete damals, die Absage sei aus „organisatorischen Gründen“ notwendig gewesen. Auf Facebook gab es damals einige negative Kommentare dazu, etwa „Fressen bis zum Kotzen ist nicht mehr zeitgemäß“.
Kunden zahlen auch mehr als einen Euro
Brenner schreibt jetzt auf Nachfrage: „Eine solche Aktion wird es in unserer Globus-Markthalle in Einöd nicht geben. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Kunden mit der Qualität unserer Produkte sowie unserer Leistung vor Ort zu überzeugen.“ Vor rund 59 Jahren hat in Einöd der erste großflächige Markt eröffnet. Gegründet wurde das Unternehmen allerdings schon 1828 in St. Wendel.
Dass der Globus-Fleischkäseweck wieder nur einen Euro kostet, ist gar nicht so lange her. Nachdem im Jahr 2022 aufgrund des Ukraine-Krieges die Preise für Lebensmittel, Energie und Co. in die Höhe schnellten, wurde auch der Fleischkäseweck um 20 Prozent teurer und kostete damals 1,20 Euro. „Preisänderungen schlagen sich grundsätzlich in den Verkaufszahlen nieder“, antwortet Brenner dazu. Allerdings halten die Fleischkäseweck-Fans dem saarländischen Belegten auch dann die Treue, wenn er mehr als einen Euro kostet. Denn als der Fleischkäseweck 20 Cent mehr gekostet hatte, gingen damals trotz Inflation und allgemein gestiegener Lebenshaltungskosten nicht viel weniger über die Theke.
