Homburg / Saarbrücken
Feuer im Homburger Café soll geplanter Teil eines Diebeszuges gewesen sein
Bis zur Übergabe des Erbacher Backunternehmens Ecker an eine Edeka-Tochterfirma 2018 war das Lokal als „Café Ecker“ ein bekannter Treffpunkt in der Homburger Innenstadt. Zuletzt firmierte das Café unter dem Namen „Dolce“ der Bäckerei Conrad aus Neunkirchen-Münchwies. Seit dem Brand ist das Ladenlokal geschlossen.
Am 9. Juli eröffnete das Landgericht Saarbrücken nun den Prozess gegen einen 46-jährigen Homburger. Die Staatsanwältin wirft dem Mann versuchten Diebstahl in Tateinheit mit Brandstiftung vor.
Laut Anklage hat der 46-Jährige am Abend der Tat zwischen 20.10 und 21.06 Uhr die Eingangstür zum Café aufgeschlossen. Den Schlüssel habe er kurz zuvor aus der Wohnung seiner Freundin genommen – ohne deren Einwilligung. Ins Café sei er eingedrungen, weil er dort Wertgegenstände und Bargeld stehlen wollte. Diese Hoffnung habe sich aber rasch zerschlagen. Mit Gewalt habe er die Registrierkasse aufgebrochen und feststellen müssen, dass diese leer war.
Teelichter angezündet
Die Staatsanwältin: „Um die Tatbegehung und etwaige Spuren, die auf ihn als Täter hindeuten, zu beseitigen, legte der Angeschuldigte – wie von Anfang an geplant – im Bereich der Theke des Cafés einen Brand, indem er zahlreiche Teelichter dort und auf einem Regal positionierte und anzündete. Wie von ihm vorausgesehen und beabsichtigt, fingen die Theke und das Inventar in der Folge an zu brennen.“ Daraufhin habe sich der Homburger vom Tatort entfernt, sei in die Wohnung seiner Freundin zurückgekehrt und habe dieser den Schlüssel zum Café zurückgegeben. Vor Gericht tritt die Freundin jetzt als Zeugin auf.
Frau rettet sich mit ihrem Hund ins Freie
Die Staatsanwältin wies darauf hin, dass in dem Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Tal-/Kirchenstraße im ersten Stock eine Firma für Dentaltechnik ansässig ist, im zweiten Obergeschoss eine Filiale der Postbank-Finanzberatung und im dritten Stock eine Rechtsanwaltskanzlei. In all diesen Geschäftsräumen habe sich beim Ausbruch des Feuers niemand mehr aufgehalten; die Büros dürften um diese Zeit unbeleuchtet gewesen sein. In der vierten Etage wohnt ein Paar, das nun ebenfalls als Zeugen auftritt. Die dort lebende Frau sei an jenem Dezemberabend alleine daheim gewesen. Vom Brand habe sie zunächst nichts mitgekommen, bis – so die Anklage – eine ihr unbekannte Person an der Wohnungstür geklingelt und auf das Feuer aufmerksam gemacht habe. Die Zeugin nahm ihren Hund und rettete sich mit dem Tier durch das bereits stark verqualmte Treppenhaus ins Freie.
Laut Anklage hat der Rauch das Café derart beschädigt, dass ein Weiterbetrieb seither nicht mehr möglich war.
Am 17. Juli geht der Prozess in Saarbrücken weiter.