StIngbert / Blieskastel
Energieversorger: Stadtwerke im Umbruch
Wenn die langjährigen Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal und St. Ingbert, Bernhard Wendel und Hubert Wagner, zum Jahresende in den Ruhestand gehen, beginnt eine neue Epoche für die Energieversorger. Am 1. Januar übernimmt die Kooperationsgesellschaft Biosphären-Stadtwerke GmbH & Co. KG das operative Geschäft. In dieser Gesellschaft werden 118 Beschäftigte und die Geschäftsführung beider Versorgungsunternehmen zusammengeführt. Die bisherigen Einzel-Stadtwerke bleiben „personenlos“ erhalten, wie Hubert Wagner erklärte. „Für die Kunden ändert sich nichts.“
Ziel der Versorgungsbetriebe sei es, durch die organisatorischen Veränderungen am Energiemarkt der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür sollen Digitalisierung, Dezentralisierung, Elektromobilität und erneuerbare Energien ausgebaut werden. Von der Zusammenführung des Personals erwarten die Werke eine Verringerung der Kosten, weil Aufgabenbereiche nicht mehr doppelt besetzt werden müssen. Zugleich wollen die Stadtwerke dem sich abzeichnenden Personalmangel besser begegnen können.
Jürgen Bach übernimmt im Januar das Ruder
Designierter Geschäftsführer der Biosphären-Stadtwerke ist der 53-jährige Elektro-Ingenieur Jürgen Bach aus Kirkel. Für ihn votierten die Aufsichtsräte beider Stadtwerke. Am 1. Oktober trat er seine Aufgabe als Mitgeschäftsführer während der dreimonatigen Übergangszeit an. Bach ist nach eigenen Angaben seit 25 Jahren in der Energiebranche erfolgreich. Zuletzt arbeitete er als Geschäftsführer der Netzgesellschaft und der Shared Service Gesellschaft bei der Energie Südwest in Landau. Zuvor war Bach ebenfalls in leitenden Positionen bei den Stadtwerken Homburg und schon einmal bei den Stadtwerken St. Ingbert beschäftigt. Als einen seiner ersten Schritte im neuen Amt will sich Bach „mit dem Betriebsrat und den Mitarbeitern bekannt machen“, die nach dem 1. Januar nicht mehr bei den Stadtwerken Bliestal und St. Ingbert, sondern bei den Biosphären-Stadtwerken beschäftigt sein werden. Diese werden nach Angaben von Bernhard Wendel, scheidender Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal, in ihrem bisherigen Tarif bleiben.
Da es durchaus Unterschiede zwischen den Werken in Blieskastel und St. Ingbert gebe, will sich Bach diesen nach und nach annehmen und die Abläufe angleichen. Es gelte, „Prozesse besser und sicherer zu machen“, die sowohl die Technik als auch den kaufmännischen Bereich wie die Beschaffung von Strom und Gas betreffen.
Trotz der weitreichenden organisatorischen Veränderungen in der Unternehmensstruktur soll „der Kunde möglichst wenig bemerken“, sagte Bach. Die Geschäftsstellen in Blieskastel und St. Ingbert sollen erhalten bleiben.
Architekten der Veränderung
Die Architekten der Kooperationsgesellschaft, deren Geschäfte Jürgen Bach ab 1. Januar führen wird, sind Bernhard Wendel und Hubert Wagner. Wendel war 28 Jahre in verantwortlicher Position bei den Blieskastler Werken, Wagners Karriere bei den St. Ingberter Werken dauerte 34 Jahre. Bereits seit 2010 arbeiten die benachbarten Werke zusammen. 2019 kam es zur entscheidenden Einigung über die Kooperationsgesellschaft.
Ruhestand heißt für Wendel und Wagner keineswegs ein müßiges Rentnerdasein. Wendel bleibt Geschäftsführer des Blieskastler Freizeitzentrums, Wagner leitet weiterhin die St. Ingberter Bäderbetriebsgesellschaft, die gerade ihr Schimmbad „Das Blau“ ausbaut.