Einöd / Homburg
Einöd: Bauherren unter Druck
Einöd. Seit über einem Jahr hätte im Einöder Baugebiet Heinrich-Spörl-Straße schon an den Einfamilienhäusern gebaut werden sollen, sagte Torsten Friedrich, Sprecher der Interessengemeinschaft, zu der sich die Einöder Bauherren zusammengetan haben. „Wir zahlen bereits die Raten für den Hauskredit, müssen aber noch in Miete wohnen“, klagte Friedrich. Einige der 45 Grundstücksbesitzer wären bei Verwandten untergekommen.
Aus diesen Gründen drängt bei den Bauherren die Zeit. Sie wollen möglichst schnell ins neue Haus einziehen können und finanziell entlastet werden. Diesen Druck geben die Bauherren nun an die Homburger Stadtverwaltung und Erschließungsträger Clemens Dahlem weiter, dessen Firma Gewerbepark Homburg-Einöd (GWP) die Erschließung betreibt.
Am Mittwoch versammelten sich die Einöder Bauherren auf der Baustelle, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. An diesem Nachmittag schritten Vertreter der Baubehörde und des Erschließungsträgers die Baustelle ab. Zweck des Termins war eine „technische Bauabnahme“, wie Jürgen Kruthoff, Sprecher der Stadt Homburg mitteilte. Dabei sei „es zu einer Teilabnahme gekommen“. Eine positive Rückmeldung an die Untere Bauaufsicht sei bereits erfolgt, sodass „die Bauanträge nun bearbeitet werden“.
Wie Erschließungsträger Clemens Dahlem auf RHEINPFALZ-Anfrage erklärte, betreffe die Abnahme am Mittwoch die Straße, den Kanal und die Beleuchtung. „Die Abnahme ist aber nur ein weiterer Schritt“, sagte Dahlem. Nun müssten zuerst noch kleinere Mängel an der Straße und dem Kanal beseitigt werden. Danach werde die Straße ins Eigentum der öffentlichen Hand übergehen. Das werde vermutlich im Herbst geschehen.
Wie kam es zur Verzögerung?
Die von Friedrich beklagte Verzögerung sei entstanden, weil der Bebauungsplan erst Ende 2018 rechtskräftig geworden sei und der Erschließungsvertrag mit der Firma GWP, die als Erfüllungsgehilfe der Stadt fungiere, mit einer Verzögerung von sieben Monaten im Juli 2019 geschlossen werden konnte. Die Gründe dieser Verzögerung seien bei der Homburger Stadtverwaltung zu suchen, so Dahlem. Nach Abschluss des Erschließungsvertrags habe die von GWP beauftragte Baufirma Anfang September 2019 mit den Arbeiten begonnen. Dieses Datum habe jedoch in Kaufverträgen als möglicher Baubeginn ihres Eigenheims gestanden. Als weiteren Grund der Verzögerung nannte Dahlem den Winter und allgemeine Probleme beim Bau.
Weitere Kosten können laut Dahlem auf die Bauherren zukommen, wenn Baufahrzeuge Schäden an der gepflasterten Straße hinterlassen sollten. Dafür müssten die Grundeigentümer aufkommen.