Blieskastel RHEINPFALZ Plus Artikel Die Webenheimer wollen die weiße Schranke nicht

Das Objekt des Streits: die weiße Schranke am Webenheimer Friedhof. Der Ortsbeirat wollte eigentlich einen Niedrigpoller. Die St
Das Objekt des Streits: die weiße Schranke am Webenheimer Friedhof. Der Ortsbeirat wollte eigentlich einen Niedrigpoller. Die Stadt verweigerte das. Grund: Zu gefährlich für Radfahrer.

Matthias Krey ist sauer. Der Webenheimer Ortsvorsteher ist damit nicht alleine in seinem Dorf. Grund für den Streit: eine weiße Schrank am Feldweg, der Richtung Wattweiler Berg, Schneiderlehn und auch Islandpferdezentrum Buchenwaldhof führt.

„Das war die Stadt Blieskastel. Der Bürgermeister setzt seinen Kopf durch“, sagt Krey. Mit Bürgermeister meint er den Blieskasteler Bürgermeister Bernd Hertzler, eigentlich ein Parteifreund von Krey. Eigentlich. Denn nach Kreys Ansicht schafft Hertzler mit der Schranke Fakten gegen den Willen der Webenheimer. Zum Hintergrund: Die Anwohner des Wohngebietes am Friedhof beschweren sich seit Jahren über zu schnelle Autofahrer, die den Feldweg zwischen den Bundesländern als Abkürzung missbrauchen. Besonders problematisch, fast schon brandgefährlich, wird es, wenn die zu schnellen Autos Fußgänger gefährden. Vor allem passiert das zwischen Friedhof und Tirolerbrückchen, aber auch auf dem ansteigenden kurvige Teil des Schneiderlehns.

Ortsbeirat fordert Niedrigpoller

Daher forderten die Webenheimer inklusive deren Ortsrat schon vor Jahren einen sogenannten Niedrigpoller. Dies ist eine Art Stahlpyramide von rund 30 Zentimetern Höhe in der Mitte des Weges, die nur höhere Fahrzeuge wie beispielsweise Traktoren unbeschadet überfahren können. Normale Autos können nicht über eine solche Brücke fahren, ohne sich den Unterboden aufzureißen. Ein solcher Poller sperrt seit Jahren bereits die Einfahrt in die Blieswiesen vor Webenheim. Doch die Stadt Blieskastel in Person des Bürgermeisters Bernd Hertzler weigerte sich, ein solches Gerät am Friedhof aufzustellen. „Zu gefährlich für Radfahrer“, befand die Stadt bereits im vergangenen Jahr. Die Stadtverwaltung bot den Webenheimern nach teils heftigen Diskussionen im Ortsrat zwei Alternativen: normale Poller oder eben jene Schranke. Mit beidem waren die Webenheimer nicht einverstanden.

Krey: „Die Schranke ist Blödsinn“

Jetzt steht die Schranke. Vor rund zwei Wochen wurde sie gesetzt. „Aber die haben sich vermessen und jetzt schon das zweite Fundament gebaut und die Schranke noch mal versetzt. Dazu soll noch ein Findling mit Warnbake kommen, damit die Durchfahrt für Autos nicht mehr möglich ist“, sagt Krey. Bis Ende April soll die Anlage fertig sein. Schilder, die darauf hinweisen, dass eine Durchfahrt nach Webenheim nicht mehr möglich ist, stehen bereits auf dem Schneiderlehn. „Die Schranke ist Blödsinn. Aber wir sollten ihr eine Chance geben“, versucht Matthias Krey für das neue Bauwerk Verständnis zu wecken. Weniger kompromissbereit ist er allerdings im Verhältnis zu „denen da drüben“, also den Blieskastlern inklusive Stadtrat, Verwaltung und Bernd Hertzler. Nicht zuletzt durch den Ärger um die Schranke, aber auch etliche andere Dinge wie fehlende Informationen zur nötigen Renovierung der Webenheimer Turnhalle und Untätigkeit in anderen Webenheimer Belangen, die Krey „denen da drüben“ vorwirft, scheint das Tischtuch zwischen den Webenheimern und den Blieskastlern zerschnitten. „Die Situation ist verfahren“, sieht der Webenheimer Ortschef eher einen Tunnel am Ende des Lichts als Licht am Ende des Tunnels.

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