Blieskastel RHEINPFALZ Plus Artikel „Die Riesensause in der Region“: Was die Leute am Bauernfest so mögen

Sengende Sonnenstrahlen sind zum Eröffnungswochenende des Bauernfests am Start. Dafür lieben die Besucher wie immer das Riesenra
Sengende Sonnenstrahlen sind zum Eröffnungswochenende des Bauernfests am Start. Dafür lieben die Besucher wie immer das Riesenrad.

Das Startwochenende des Webenheimer Bauernfestes war vor allem eins: enorm heiß. Die Besucher schreckte das teilweise ab, sagen die Schausteller.

Eine staubtrockene Hitze liegt am Samstag über dem gesamten Bauernfest-Areal in Webenheim. Der Asphalt glüht, der Sandboden staubt in die Luft, und vom stahlblauen Himmel bahnen sich gnadenlos die heißen Sonnenstrahlen ihren Weg auf die Erde. Das Webenheimer Bauernfest ist in diesem Jahr besonders heiß gestartet. Über 30 Grad waren es am Wochenende, die Besucher schwitzen, hatten rote Köpfe.

Dennoch: Ein gewisser Andrang war da. Normalerweise kommen immer insgesamt um die 100.000 Besucher an den zehn Festtagen, erzählte Reitverein-Vorsitzender Martin Schunck der RHEINPFALZ letztes Jahr. Weil es in den kommenden Tagen wieder etwas kühler werden soll, blicken sie der Restwoche aber gelassen entgegen.

An der kleinen Kinderachterbahn von Antonia Weber leuchten die Kinderaugen. „Einmal bitte“, sagen die Kleinen immer wieder zu der Schaustellerin im Seniorenalter, die in dem kleinen bunten Kassenhäuschen sitzt und die Fahrscheine rausrückt. Zum Tausch nimmt sie von den Abenteurern die Geldscheine entgegen, die kurz zuvor noch in den Portemonnaies von Mama oder Papa steckten. „Wir sind seit 2018 dabei. Und sind immer wieder mit großer Begeisterung da“, sagt Weber in einer kurzen Fahrschein-Verkaufspause.

Bunte Fahrgeschäfte und laute Musik

Die Kinderachterbahn rattert im Hintergrund. Das Bauernfest ist laut der Schaustellerin aus dem nordrhein-westfälischen Lippstadt die Riesensause in der Region. Mit dem Andrang ist sie trotz der extremen Temperaturen zufrieden. „Wir haben die Wärme mit einkalkuliert“, sagt sie, als plötzlich ein kleines Mädchen an den Verkaufsschalter tritt, um das Ticket für die nächste Fahrt zu kaufen. Weber hofft, dass die Temperaturen am Samstagabend wieder ein bisschen sinken. Gleichzeitig waren am Nachmittag noch Gewitterschauer gemeldet. Für ein Volksfesttag fast immer ein Heimgeh-Kommando.

Überall, an jeder Ecke des Bauernfests, stehen bunte Fahrgeschäfte. Laute Musik mischt sich zu dem Rummel; deren tiefe Bässe bringen im Vorbeigehen den eigenen Magen zum Beben – aber das gehört einfach dazu. Manch Fahrgeschäft ist Dauerbrenner auf dem Bauernfest, etwa das Kraken-Karussell am hinteren Fest-Ende beim großen Zelt. Das Festzelt hat mit Ilona Böhm eine neue Betreiberin gefunden. Sie betreibt das Hamel-Zelt und ist damit unter anderem auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt. Darin wird auch Musik gespielt. Das kühle Bier – an heißen Tagen zwar eine erfrischende, wegen des Alkohols aber nicht zu unterschätzende Erfrischung – fließt in Strömen aus den Zapfhähnen. Und natürlich gehört zu einem Volksfest auch viel Kulinarisches – schließlich muss man die Energie, die man beim Achterbahnfahren verbraucht, auch wieder zu sich nehmen.

Schwarzes Eis und süße Mandeln

Es gab sowohl saarländisch-deftig, also Lyoner-Pfanne, Dibbelabbes, Schales und der klassische Schwenker- und Fleischkäs-Weck, aber auch süß. An einem Stand gibt es schwarzes Softeis – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Waffel und Eiscreme sind kohlrabenschwarz, trotzdem schmeckt es wunderbar süß. An anderer Stelle ist es unter anderem Sebastian Huber, der in seinem Wagen den Besuchern allerlei Süßes, anbietet. Das darf ja auch auf keinem Jahrmarkt fehlen. Schon von weitem kann man den süßen Geruch von gebrannten Mandeln erschnüffeln, der sich mit dem von Popcorn paart.

„Die Stimmung: warm“, sagt er lachend. Die Wärme hält die Besucher etwas vom Kommen ab, sagt der Schausteller aus Frankenstein (Kreis Kaiserslautern). Am Freitagabend, sagt er, kamen, sobald die Temperaturen gesunken waren, umso mehr Besucher. Mit seinem süßen Wagen ist Huber zum dritten Mal auf dem Bauernfest dabei. Mittlerweile ist das Volksfest in Webenheim ein Pflichttermin im Jahreskalender des Schaustellers. „Die Stimmung ist jedes Jahr gleich gut“, sagt Huber. Es gibt aber ein Volksfest in der Region, bei dem das Geschäft noch besser läuft: die Kaiserslauterer Kerwe. „Das Zuckergeschäft läuft in Kaiserslautern besser. Schaumküsse sind dort wirklich das Nonplusultra. Hier sind eher Mandeln und Popcorn die Verkaufsschlager“.

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