Ottweiler
Der Steinbachpfad bei Ottweiler: Hoch aufs Plateau und hinunter zum Bach
Ein Höhepunkt dieses Wanderweges – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ist der stählerne Panoramaturm mit seinen 120 Stufen, der auf dem Betzenhübel einen weiten Blick über das nördliche Saarland bietet. Wanderer, die ihr Auto auf dem Parkplatz des Steinbacher Sportplatzes abstellen und durch ein hölzernes Tor in den Steinbachpfad einsteigen, erreichen den Turm bereits nach wenigen Minuten. Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Treppen des Panoramaturms zurzeit nur von höchstens zwei Personen gleichzeitig erstiegen werden: Dies soll den Mindestabstand garantieren.
„Steinerne Wildsau“ im Bachbett
Wer den Pfad mit Kindern erkundet, darf sich unterwegs auf ein weiteres Glanzlicht freuen: Nach einer kurzen Rast im Naherholungsgebiet „Kerbacher Loch“ mit Schutzhütte, Bänken und Tischen wird mitten im Wald die Kerbach-Klamm erreicht. Und wer dort ganz genau hinschaut, kann dies- und jenseits des Bachbetts Ungewöhnliches entdecken: Im Jahre 1985 hat der Steinbacher Albert Blinn hier mit dem Meißel Findlinge in Figuren verwandelt – darunter eine „steinerne Wildsau“. Eine leicht verwitterte Tafel im Tal gibt darüber Auskunft, wie die Wasserfluten nach einem verheerenden Wolkenbruch am 1. Juli 1875 die markanten Schluchten „Kerbacher Loch“ und „Hiemes“ geformt haben. Riesige Geröllmassen, die damals das Ostertal überschwemmten, mussten von Bergleuten mühsam weggeschafft werden. Diese wurden von der Gemeinde für ihre Plackerei mit 45 Litern Branntwein entlohnt.
Nach Passage der Klamm steigt der Pfad ziemlich steil an: Der erste der beiden knackigen Anstiege, die der Wanderweg zu bieten hat, verläuft entlang eines alten Grenzwalls über eine Lichtung bis zu einer Anhöhe. Von dort aus führt die Route wieder ein Stück bergab bis zur Hanauer Mühle an der Fahrstraße zwischen Hangard, Fürth und Steinbach. Auf einem Pfad links der Oster und rechts der Straße geht es durch alte Mühlgräben bis zum Steinbacher Bach wieder tief im Wald. Beim Überqueren des Gewässers sollte man gut aufpassen und auch ja die richtigen Trittsteine auswählen, damit man nicht in den Bach purzelt. Direkt anschließend gilt es den zweiten heftigen Anstieg mit Serpentinen zu bewältigen.
Hat der Wanderer dies alles geschafft, verlässt er – oben angekommen – das Waldstück und findet sich im offenen Freizeitgelände „Hiemes“ am Steinbacher Ortsrand wieder. Auch hier laden Tische Bänke, eine Schutzhütte und Grillmöglichkeiten zum Verweilen ein.
Höchster Punkt des Steinbachpfades ist der 427 Meter hohe Betzenhübel mit dem erwähnten Panoramaturm. Wer mag, kann von dort aus problemlos auf den mit gut zehn Kilometern Länge etwas weiteren Schauinsland-Weg überwechseln, dessen Start und Ziel am Fischweiher Randsbach bei Ottweiler zu finden ist.
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