Homburg / Neunkirchen
Corona-Zahlen im östlichen Saarland steigen, Kreis Neunkirchen ist jetzt Risikogebiet
In geschlossenen Privaträumen sind im Saarpfalz-Kreis jetzt nur noch 25 Personen gleichzeitig erlaubt – unter Einhaltung der Schutzregeln. Dies hat am Montag, 12. Oktober, ein Krisenstab der Kreisverwaltung beschlossen. Die Inzidenzzahl lag zu diesem Zeitpunkt im Kreis knapp über 36. Auf der Zusammenkunft im Homburger Landratsamt wurde eine Allgemeinverfügung erlassen, wie sie auch in den Kreisen St. Wendel und Merzig-Wadern angeordnet wurde. Inhaltlich geht es um die genannte Beschränkung der Personenzahl bei privaten Zusammenkünften. Verstöße werden mit Bußgeldern bis zu 25 000 Euro geahndet. Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo (SPD) führt die Zunahme der Ansteckungen „vornehmlich auf private Aktivitäten im familiären Umfeld“ zurück. Ziel müsse jetzt sein, die Neuinfektionen zu vermindern und so eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhüten. Gallo glaubt, dass eine entsprechende Anordnung bald für das ganze Saarland kommt. Am Dienstag, 13. Oktober, wurde auch im Kreis Neunkirchen die kritische 50er-Marke gerissen. Auch dort ist wurde jetzt das Risikogebiet mit den dafür üblichen Beschränkungen ausgerufen; der Inzidenzwert lag dort zuletzt bei 65,6.
Blieskastel schließt Ausstellung, St. Ingbert rät zur Verschiebung privater Feiern
Auch die Stadt Blieskastel hat reagiert und bis auf Weiteres die gerade erst eröffnete Wanderausstellung „Saarhundert“ im Haus des Bürgers geschlossen.
Am Montagabend meldete das saarländische Gesundheitsministerium 283 bestätigte Corona-Fälle im Kreis St. Wendel, 539 im Saarpfalz-Kreis und 401 im Kreis Neunkirchen.
In St. Ingbert häufen sich seit Wochen in Schulen und Kindergärten die Coronafälle. Dort rät die Stadtverwaltung ihren Bürgern, größere Privatfeiern auf den Frühsommer 2021 zu verschieben. Auch in St. Ingbert seien die Infektionsherde bei Feiern und im privaten Umfeld zu suchen. Am Dienstag ordnete Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) die Umverteilung von Personal im Rathaus an. Dort sollen nun weitere Abteilungen das Ordnungsamt beim Kampf gegen Corona unterstützen. Der kommunale Ordnungsdienst kontrolliert gezielt Gaststätten, Vereinsheime, Vereine und Privatfeiern.
Marpingen: Inzidenzwert liegt bei 400
Bereit seit Samstag firmiert der Kreis St. Wendel offiziell als Risikogebiet. Dort wurde die Schwelle von 50 Infektionen pro 100 Einwohner überschritten. Private Familienfeiern sind nur noch bis zu zehn Personen zulässig, im öffentlichen Raum mit maximal 25 Personen. Als „sehr ernst“ sieht Landrat Udo Recktenwald (CDU) die Lage an. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat die Gemeinde Marpingen: Für den Ort, der vor Jahren wegen mysteriöser Marienerscheinungen Schlagzeilen gemacht hatte, wurde zuletzt ein Inzidenzwert von 400 angegeben. Zwei Drittel aller Coronafälle im Kreis St. Wendel seien nach privaten Treffen in Marpingen aufgetreten. Die Gemeinde hat jetzt ein Zuschauerverbot bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen erlassen. Zudem wird dort verstärkt die Einhaltung der Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum überwacht – auch in Gaststätten.