Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Chemieunfall bei Fleischfabrik Schröder

Großeinsatz bei der Fleischwarenfabrik Schröder in Saarbrücken.
Großeinsatz bei der Fleischwarenfabrik Schröder in Saarbrücken.

Zum Großeinsatz rückten Rettungsdienste und Feuerwehr am Freitagvormittag, 16. Juli, bei Schröder-Fleischwaren in Saarbrücken an. Gegen 9 Uhr war eine Ammoniakleitung geplatzt. Das stechend riechende aggressive Gas strömte in großer Menge aus.

Als die Feuerwehr eintraf, waren Mitarbeiter in Gasmasken dabei, die Werkshalle zu evakuieren und hatten das Gas auch schon abgedreht. Trotzdem roch es im gesamten Gewerbegebiet nach Ammoniak. Dieses Gas, das auch in schwacher Konzentration bei Haushaltsreinigern frei wird, hat einen typischen beißenden Geruch. Die Feuerwehr alarmierte den Gefahrstoffzug des Regionalverbandes Saarbrücken.

Gebiet abgeriegelt

Das Gewerbegebiet wurde abgesperrt, der Verkehr umgeleitet, Passanten in Sicherheit gebracht. Das Ammoniakgas, das die Schleimhäute reizt, war selbst im Freien deutlich zu riechen. „Im Innern der Halle ist die Konzentration viel höher. Dort müssen wir lüften und das Leck suchen“, sagte Frank Schneider von der Saarbrücker Berufsfeuerwehr. Einsatzleiter Christian Laßotta schickte sofort Feuerwehrleute in Chemie-Schutzanzügen in die Halle, um dort Messungen vorzunehmen und die Lage zu erkunden. Damit die Helfer ihre schweren Anzüge bei strömendem Regen an- und ausziehen konnten, stellte die Feuerwehr Zelte auf und errichtete einen sogenannten Dekontaminationsplatz, auf dem die Einsatzkräfte nach der Rückkehr aus der Halle abgeduscht wurden.

Vier Mitarbeiter mit Kopfschmerzen

Verletzt wurde durch das Gas niemand. Rettungsdienst-Einsatzleiter Andreas Ratering vom Arbeiter-Samariter-Bund sagte, dass vier Mitarbeiter über Kopfschmerzen und Schwindel geklagt hätten. Die Notärzte hätten aber keinen Grund für eine Klinikeinweisung gesehen.

Über eventuelle Schäden lagen am Freitag noch keine Informationen vor. „Gut ist, dass es regnet. Das Gas löst sich leicht in Wasser und wird vom Regen gebunden. Sonst würde man es auch noch viel stärker riechen“, erklärte Frank Schneider.

Alle anderen ABC-Züge sind jetzt in der Eifel

Das Gewerbegebiet am Heizkraftwerk Römerbrücke wurde von der Polizei an allen Zufahrten abgesperrt und der Verkehr umgeleitet, was zu erheblichen Staus auf den Umleitungsstrecken führte. Brandinspekteur Tony Bender zeigte sich froh darüber, dass man in Saarbrücken den ABC-Zug der Feuerwehr nicht nach Rheinland-Pfalz geschickt habe. Aus vier saarländischen Landkreisen seien ABC-Einheiten ins Katastrophengebiet in der Eifel abgerückt, Saarbrücken sei als Reserve für das Saartal im Land geblieben.

„Und schon haben wir einen großen Einsatz“, sagte Bender. Man schicke grundsätzlich nicht sämtliche Einheiten in ein Hilfsgebiet, damit man unerwartete Einsätze bei sich vor Ort noch sicherstellen könne.

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