Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel „Calypso“ reagiert auf Badeunfall eines Vierjährigen

Der Badeunfall passierte im Solebecken im Außenbereich (rechter Bildrand). Der Vierjährige hat den Unfall überlebt, dennoch will
Der Badeunfall passierte im Solebecken im Außenbereich (rechter Bildrand). Der Vierjährige hat den Unfall überlebt, dennoch will das »Calypso« nun seine Sicherheitsprotokolle überprüfen.

Fast wäre ein Vierjähriger vor etwas mehr als einer Woche im Saarbrücker Spaßbad „Calypso“ ums Leben gekommen. Die Geschäftsführung reagiert nun auf den Badeunfall.

„Im Calypso nehmen wir den jüngsten Vorfall sehr ernst, wir haben das Videomaterial analysiert, dadurch kennen wir den Ablauf sehr genau“, schreibt Michael Atassi, Prokurist im Spaßbad, auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Laut Atassi ist der Vierjährige am Sonntag vor acht Tagen, 21. Juli, von seiner Aufsichtsperson unbemerkt vom Kleinkinderbereich in Richtung Solebecken gelaufen und dort ebenfalls unbemerkt ins Becken gefallen. Atassi: „Dank der Reaktion eines anderen Badegastes und unseres Rettungsschwimmers konnte das Kind aus dem Wasser gehoben werden und es wurde sofort mit den notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen.“ Letztlich hatte der vierjährige Junge Glück im Unglück, den Badeunfall hat er überlebt.

Atassi: Nichtschwimmer sollten immer Schwimmhilfen tragen

Nähere Details zur Aufsichtsperson des Vierjährigen gibt das Calypso trotz Nachfrage nicht bekannt. Atassi begründet das mit dem Schutz der Privatsphäre der Gäste sowie den laufenden Untersuchungen. Die Saarbrücker Polizei bestätigte vergangene Woche, dass ihr die Aufsichtsperson des Vierjährigen ebenfalls bekannt ist, die Beamten ermitteln derzeit wegen einer Verletzung der Aufsichtspflicht. „An dieser Stelle möchten wir aber betonen, dass die Sicherheit unserer Gäste eine gemeinsame Verantwortung ist. Und wir ermutigen alle Begleitpersonen, ihre Rolle ernst zu nehmen, vor allem, wenn sie Kinder betreuen, die nicht schwimmen können. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Nichtschwimmer sollten immer Schwimmhilfen tragen“, kommentiert Atassi.

Das Solebecken, in dem sich der Badeunfall ereignete, ist laut dem Prokuristen für Kinder ohne ständige Aufsicht gar nicht vorgesehen. Das Salzwasser-Becken im Außenbereich hat laut Internet-Seite des Spaßbades eine Tiefe von 1,35 Metern.

„Swim Eye“ im „Calypso“ derzeit nicht geeignet

Der Badeunfall am 21. Juli ist laut Atassi für das Bad Grund genug, die Sicherheitsprotokolle zu überprüfen. „Wir nehmen jeden Vorfall zum Anlass, unsere Sicherheitsprotokolle zu überprüfen“, schreibt Atassi. Anders als im Homburger Schwimmbad „Koi“ gibt es im „Calypso“ derzeit keine Sicherheitstechnik, die mittels künstlicher Intelligenz (KI) die Becken überwacht. Im „Koi“ gibt es seit vergangenem Jahr das sogenannte „Swim Eye“. Dabei überwachen mehrere Kameras die Becken, ein Computerprogramm erkennt, ob gerade ein Mensch ertrinkt und schickt im Ernstfall einen Notruf ans Badepersonal raus.

Die Idee, ein solches System auch im „Calypso“ einzubauen, gibt es laut Atassi seit einiger Zeit. Atassi: „Wir evaluieren dessen Zuverlässigkeit und Effektivität fortwährend und erwägen ernsthaft dessen Einsatz, sobald wir überzeugt sind, dass das System reibungslos und zuverlässig funktioniert.“ Der Spaßbad-Prokurist unterstreich jedoch, dass Systeme wie das „Swim Eye“ nicht dazu gedacht sind, die Bademeister zu ersetzen, sondern vielmehr sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützen sollen. „Derzeit ist das System für den Standort noch nicht geeignet, da das Calypso baulich sehr kleinteilig ist und somit für eine KI noch zu unübersichtlich ist, um zuverlässig zu warnen.“

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