Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Calypso-Bad: Ohne Wasser gehen die Fliesen kaputt

Calypso-Betriebsleiter Dennis Ries zeigt, was alles renoviert wird.
Calypso-Betriebsleiter Dennis Ries zeigt, was alles renoviert wird.

Saarbrücken. „Solange es keine Perspektive zu einer Öffnung unseres Bads gibt, können wir auch nicht für DRLG oder den Schwimmunterricht für Schulen öffnen“, sagt Dennis Ries, der Betriebsleitung des Calypso. Seit 1. November sind die Türen des Spaßbades am Messegelände in Saarbrücken geschlossen.

„Die Desinfektionen, das Heizen des Wassers und der Räumlichkeiten ist so immens, dass wir die Kosten für so kleine Gruppen nicht tragen können. Momentan sind von hundert Mitarbeitern nur fünf Techniker nicht in Kurzarbeit. Unsere Gastronomie-Angestellte, Rettungsschwimmer, Reinigungskräfte, Sauna-Aufgießer und Masseure warten momentan ungeduldig auf die Wiedereröffnung“, so Ries.

Die Mitarbeiter bei Laune zu halten, falle sehr schwer. Die Geschäftsführung gäbe sich bei diesem Prozess zwar große Mühe und mache Mut, trotzdem seien die Mitarbeiter nach so vielen Monaten frustriert. „Eine normale Woche, in der das Bad genutzt werden kann, kostet zwischen 40 000 und 50 000 Euro, ohne die Personalkosten. Die Grundkosten entstehen durch das Heizen, den Strom für unsere Technikanlage, die Beleuchtung, das Chlor und vieles mehr. Momentan haben wir alles auf das nötige Minimum reduziert, und wir liegen bei etwa 8000 Euro Kosten pro Woche. Obwohl wir momentan null einnehmen“, sagt der Saarbrücker. Einen Normalbetrieb kenne man seit eineinhalb Jahren nicht mehr.

Elf Becken hat das Calypso. „An jedem Becken laufen durchgehend zwei Umwälzpumpen, das Wasser muss gechlort und geheizt werden. 20 Jahre lang ist das Beckenmaterial 33 Grad warmes Wasser gewohnt. Wenn man das Wasser einfach abkühlen lassen würde, würden die Fugen und Fliesen kaputt gehen. Der Bau ist so konstruiert, dass das Ablassen des Wassers nicht möglich ist. Da könnte einiges zusammenfallen, wenn das Gewicht des Wassers nicht mehr auf die Wände drückt. Im Außenbereich sind uns schon einige Fliesen kaputt gegangen. Es werden noch viele Kosten auf uns zukommen“, sagt der 30-Jährige. Durch das Heizen des Wassers müsse zusätzlich auch der Raum geheizt werden. „Sonst wäre die Luftfeuchtigkeit hier viel zu hoch. Dann würde es aussehen wie in einer Tropfsteinhöhle“, erklärt Ries.

Doch der Lockdown und die Schließung haben nicht nur negative Nebeneffekte: „Wir haben neue Palmen aufgestellt, reparieren einiges im Kinderbereich und unser Saunabereich bekommt einen neuen skandinavischen Look. Durch moderne Dekoration und Möbel verleihen wir dem Ganzen ein neues Flair“.

Jetzt fehlen nur noch die Bade- und Saunagäste, die dem Alltag im warmen Nass inmitten von Saarbrücken genießen können. „Ich wünsche mir eine Eröffnung im August. Die Planung für ein Konzept laufen bereits. Um etwas so richtig aufstellen zu können, benötigen wir allerdings Regeln und Richtlinien seitens der Politik“, so Dennis Ries.

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