Kirrberg / Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Buslinie über Unikliniken und Hochschule nach Zweibrücken?

Ein Homburger Stadtbus passiert die Kirrberger Ortsmitte.
Ein Homburger Stadtbus passiert die Kirrberger Ortsmitte.

Eine Buslinie von den Homburger Unikliniken über Kirrberg, Mörsbach und die Hochschule bis nach Zweibrücken und zurück? Die Freie Liste des Homburger Stadtteils Kirrberg bringt die Idee wieder aufs Tapet. Unterstützung für das Vorhaben kommt aus Mörsbach.

In der Sitzung des Kirrberger Ortsrats am Dienstagabend, 24. November, machte die Fraktion Freie Liste Kirrberg eine mögliche Busverbindung über die Sickingerhöhe zum Thema. Diese Idee war bereits vor einigen Jahren von den Grünen und Linken im Homburger Stadtrat formuliert worden, blieb aber ohne Resultat.

„Wer heute von Kirrberg mit dem Bus nach Zweibrücken fahren will, der muss erst mal nach Homburg und dann über Einöd reisen“, sagte Klaus Dejon von der Freien Liste: „Da ist man vier Stunden unterwegs.“ Dejon erklärte, er habe Kontakt mit dem Mörsbacher Ortsvorsteher Achim Ruf aufgenommen. Gemeinsam wolle man sich nun für eine Buslinie von Homburg nach Zweibrücken einsetzen – auf einer Route über die Unikliniken, Kirrberg, Mörsbach und den Kreuzberg mit der Hochschule.

Mörsbacher setzen sich in Zweibrücken dafür ein

Auf Anfrage sagte Achim Ruf tags darauf, dass er Klaus Dejon tatsächlich neulich getroffen habe. „Wir Mörsbacher fordern das ja schon lange“, erklärte Ruf, dass er die Buslinien-Idee demnächst in den Zweibrücker Stadtrat einbringen wolle. Er selbst ist dort Mitglied der Grünen-Fraktion. Ziel des Vorstoßes sei es, dass sich die Stadt Zweibrücken an der Finanzierung der grenzüberschreitenden Busverbindung beteiligt. „Ich habe das Thema im Rathaus bei Christina Rauch vorgebracht, die in der Zweibrücker Stadtverwaltung ja für den Nahverkehr zuständig ist“ sagte Ruf.

Im Kirrberger Ortsrat stieß Dejons Anregung auf einhellige Zustimmung. „Das ist ein Super-Vorschlag, top“, meinte Manuel Diehl (CDU), der Ortsvorsteher des Homburger Stadtteils. „Wenn wir einen finden, der’s bezahlt, dann machen wir’s.“ Einstimmig formulierte der Kirrberger Ortsrat den Antrag an die Homburger Stadtverwaltung, dass diese sich beim Saarpfalz-Kreis und der Ortspolizeibehörde um die Busverbindung bemühen möge. Zum Beispiel gelte es die Möglichkeiten für eine entsprechende Anteilsfinanzierung auf Homburger Seite auszuloten.

Plötzlich Bushaltestelle vor der Haustür

Ein anderer Aspekt aus der Welt des öffentlichen Nahverkehrs löst hingegen deutlich weniger Begeisterung bei Ortsvorsteher Manuel Diehl aus. Vor dem Ortsrat berichtete der Dorfchef, dass das saarlandweite Programm zur rollstuhlgerechten Anhebung von Bordsteinkanten an Bushaltestellen inzwischen auch in Kirrberg angekommen sei. „Zwei Haltestellen im Dorf wurden nicht nur umgebaut, sondern auch noch um mehrere Meter versetzt“, sagte Diehl. Nun gebe es in Kirrberg Bürger, „denen plötzlich und unangekündigt eine Bushaltestelle vor die Haustür gesetzt wurde“. Weder die betroffenen Anwohner noch Ortsrat oder Ortsvorsteher seien vorab informiert worden. Während einer der beiden Hauseigentümer inzwischen bereits einen Rechtsanwalt eingeschaltet habe, klagte Diehl, dass „das ganze Verfahren gründlich verkorkst“ worden sei.

Winterdienst ist die „Krönung“

„Wir hier im Ort wissen besser als die Homburger Stadtverwaltung, wo behinderte Menschen in Kirrberg ein- und aussteigen.“ Für ein geplantes Vor-Ort-Gespräch nächste Woche mit Bauamt und Anliegern sei es jetzt wohl schon zu spät. „Und die Krönung ist“, so Diehl, „dass diejenigen, vor deren Haustür eine Bushaltestelle steht, dort auch noch für den Winterdienst verantwortlich gemacht werden.“

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