Bexbach / Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bundespolizei zieht in die Landeshauptstadt

Das Gebäude der ehemaligen Bahndirektion am Saarbrücker Hauptbahnhof soll Sitz der Bundespolizeiinspektion werden. Das habe das
Das Gebäude der ehemaligen Bahndirektion am Saarbrücker Hauptbahnhof soll Sitz der Bundespolizeiinspektion werden. Das habe das Innenministerium in Berlin bekannt gegeben.

Die Entscheidung ist in Berlin gefallen. Die Bundespolizei verlagert ihre Inspektion von Bexbach an den Saarbrücker Hauptbahnhof. In Neunkirchen wird ein neues Revier eingerichtet. Am Standort Saarpfalzpark könnte ein Bildungszentrum für angehende Bundespolizisten entstehen.

Am Freitag wurde in Berlin bekannt, dass die seit 2016 diskutierte Frage um die Hauptstelle der Bundespolizei im Saarland entschieden sei. Demnach werde die bislang in Bexbach angesiedelte Bundespolizeiinspektion an den Saarbrücker Hauptbahnhof umziehen. Neunkirchen erhalte ein Revier der Bundespolizei. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte die Entscheidung. Noch im vergangenen Jahr drohte der Umzug der Bundespolizei von Bexbach an den Saarbrücker Hauptbahnhof an einem Streit zwischen der Bahn und dem Bund um den Mietpreis zu scheitern. Die Pläne verzögerten sich.

Wie der saarländische SPD-Generalsekretär Christian Petry am Montag mitteilte, sei der Personalrat der Bundespolizei am Freitag vom Bundesinnenministerium darüber informiert worden, dass der Umzug der Bundespolizeiinspektion vom Saarpfalzpark in Bexbach nach Saarbrücken nun beschlossene Sache sei. Einen konkretes Datum sei in Berlin jedoch nicht genannt worden, auch der Mietvertrag sei noch nicht unterzeichnet.

GdP begrüßt die Entscheidung

Die Bundespolizei ist bereits heute mit ihren Revieren am Grenzübergang Goldene Bremm, dem Flughafen Ensheim sowie dem Saarbrücker Hauptbahnhof stark präsent. Mit dem Umzug der Inspektion in die Landeshauptstadt werden für die Beamten die 40 Kilometer langen Fahrten nach Bexbach entfallen, so Roland Voss, Vorstandsmitglied des GdP-Bezirks Bundespolizei, der den Umzug ausdrücklich begrüßte.

Ebenfalls zufrieden zeigte sich die GdP mit der geplanten Einrichtung eines Bundespolizeireviers am Hauptbahnhof in Neunkirchen. Da es sich beim Neunkircher Bahnhof um einen Verkehrsknotenpunkt handle, der Strecken von und nach Saarbrücken in der einen, nach Mainz, Frankfurt und Mannheim in der anderen Richtung bedient, sei Neunkirchen für die Bundespolizei die richtige Wahl. Aus einsatztaktischer Sicht sei Neunkirchen ein sehr guter Standort. Außerdem seien die Bundespolizisten am Neunkircher Bahnhof für die Reisenden gut erreichbar.

Ausbildung in Bexbach

Der Umzug der bisher rund 70 Beamten der Inspektion in die Landeshauptstadt bedeute jedoch keineswegs, dass die Bundespolizei den Bexbacher Saarpfalzpark verlässt. Laut GdP-Vorstand Voss bleiben dort eine mobile Einsatzgruppe, die Kriminalitätsbekämpfung und die Ausbildung angesiedelt. Künftig könnte in Bexbach eine wichtige Einrichtung zur Aus- und Weiterbildung von Bundespolizisten entstehen, so Voss. Derzeit befänden sich rund 8500 Beamte in der Ausbildung. Da die Bundespolizei bis 2025 noch um zirka 24 000 Beamte wachsen soll, könnte der Standort Bexbach in der nahen Zukunft als Ausbildungszentrum noch an Bedeutung gewinnen.

Aus Sicht des SPD-Politikers Petry sind die bevorstehenden Veränderungen bei der Bundespolizei ein „wichtiger Beitrag, das Sicherheitsgefühl der Saarländer zu erhöhen“. Seine Partei setze sich für die Stärkung der Bundespolizei im Saarland ein, weil Saarbrücken unter 81 deutschen Städten bei der Kriminalitätsbelastung (Straftaten pro 100 000 Einwohner) den vierten Platz hinter Frankfurt/Main, Berlin und Hannover belege. Nach RHEINPFALZ-Informationen gibt es im Saarland derzeit 450 Planstellen der Bundespolizei, etwa 350 Beamte werden an der Saar eingesetzt.

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