Homburg
„Brücke zwischen Forschung und Praxis“: Neues Studienzentrum eröffnet
Das Studienzentrum an der medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg wurde letztes Jahr gegründet. Am Mittwoch wurde es nun offiziell eröffnet. Dabei waren neben dem Vorstand der UKS und der Saar-Uni in Saarbrücken unter anderem der saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung, Ärztekammerpräsident Josef Mischo und der Homburger Bürgermeister Michael Forster (CDU).
Im neuen Zentrum forschen unter anderem Experten an Studien, die neue medizinische Horizonte eröffnen können und neue Behandlungsmöglichkeiten ergründen. Das Zentrum sei eine „Brücke zwischen der Forschung und der Theorie auf der einen und der Praxis auf der anderen Seite“. Diese Studien, die teils sehr zeitaufwendig und teuer sind, sind notwendig, um neue Methoden in der Praxis umsetzen zu können. Oft seien weitere Kliniken im In- und Ausland an den Forschungen beteiligt. Wie komplex und langwierig klinische Studien sein können, hat Viola Pöschel selbst erfahren.
Gesetze, Genehmigungen, Behörden
Die Doktorin leitet das neue Studienzentrum. Sie hat an einer internationalen Studie mitgewirkt, die von Homburg aus geleitet wurde. Bei dieser sind rund 600 Patienten mit Lymphdrüsenkrebs über zehn Jahre hinweg in 138 Kliniken in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Italien und Israel behandelt und beobachtet worden. „Wir haben mit unseren Forschungsergebnissen neue Standards in der Tumorbehandlung gesetzt und konnten diese in der renommierten internationalen Fachzeitschrift Lancet veröffentlichen“, sagt Viola Pöschel. Der Weg dahin war mühsam, denn bei klinischen Studien müssen viele Gesetze beachtet werden, erklärt sie. Dazu kämen die Genehmigungen, die von verschiedenen Behörden eingeholt werden, und Datenschutzauflagen, die eingehalten werden müssen.
Saarbrücker und Homburger Uni besser vernetzen
Genau dabei möchte das neue Studienzentrum den Forschern auch an der Saar-Uni helfen. Da geht es zum Beispiel um Budgetplanung oder ums Antragsverfahren. Auch während die Studie durchgeführt wird, stehen die Experten des Zentrums zur Verfügung „und kann für sie zum Beispiel das Projektmanagement übernehmen“, erläutert Pöschel, die künftig zusammen mit der promovierten Biologin Angelika Wachter für das neue Zentrum zuständig ist. Eine weitere Aufgabe besteht für Pöschel darin, die Forschergruppen an der Saar-Universität in Saarbrücken und der Uniklinik in Homburg besser zu vernetzen. So könnten Erfahrungen geteilt und neue Projekte fachübergreifend angegangen werden.
„Mit dem neuen Studienzentrum wollen wir dem Vorbild anderer Universitäten in Deutschland folgen, um den Medizin-Standort Homburg für Forscherinnen und Forscher noch attraktiver zu gestalten“, so Michael Menger, Dekan der Medizinischen Fakultät. Die „große Bandbreite an hochkarätiger Forschung“ sei aber „kein Selbstläufer, um kluge Köpfe aus der ganzen Welt ins Saarland zu locken“, sagt Menger. Er erhofft sich von der intensiven Beratung und Betreuung durch das Studienzentrum, dass künftig noch mehr qualitativ hochwertige, wissenschaftliche Studien am Campus Homburg durchgeführt werden können.
Homburgs Bürgermeister Michael Forster sprach bei der Eröffnung des Studienzentrums von einem „wichtigen Baustein“ auf dem Gesamtgebäude der Uniklinik. „Besser als mit einem neuen Studienzentrum kann das Jahr hier auf dem Campus kaum starten.“