Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bombenentschärfung: 1700 Menschen evakuiert, 250 Kräfte im Einsatz

Rund um den Hauptbahnhof wiesen auch zahlreiche Plakate auf die Evakuierung samt Bombenentschärfung hin.
Rund um den Hauptbahnhof wiesen auch zahlreiche Plakate auf die Evakuierung samt Bombenentschärfung hin.

Eine 250 Kilo schwere Weltkriegsbombe hat am Sonntag für mächtig Wirbel in Saarbrücken gesorgt. Um Viertel nach zwei am Mittag war die Bombe am Hauptbahnhof dann entschärft. 1700 Menschen wurden evakuiert.

Der gelblich-orange Schriftzug leuchtete einem schon am Samstag von einigen Saar-Bahnhöfen entgegen: Wegen einer Bombenentschärfung in Saarbrücken wird der Schienenverkehr am Saarbrücker Hauptbahnhof am Sonntag ab 11.45 Uhr eingestellt. Das war anderthalb Stunden, bevor der Spuk vorbei war. Denn um 13.16 Uhr meldete die Stadt Saarbrücken, die die Einsatzleitung übernommen hatte: Die Bombe ist entschärft. Zwei Sprengstoffexperten hatten den Aufschlagzünder des Sprengkörpers entschärft. Der Aufschlagzünder sorgt dafür, dass die Sprengladung explodiert, wenn die Bombe auf dem Boden aufschlägt. Ein Aufschlagzünder hat einen beweglichen Schlagbolzen, der von einer Feder gehalten wird. Wenn die Bombe auf dem Boden aufschlägt, schnellt der Schlagbolzen nach vorne und schlägt auf ein Zündplättchen – der Sprengstoff detoniert. Vor rund 80 Jahren war das nicht geschehen; die Bombe, die von den Amerikanern über Saarbrücken im Zweiten Weltkrieg abgeworfen wurde, war nicht explodiert.

Bevor die Bombe aber unschädlich gemacht werden konnte, mussten laut Landeshauptstadt rund 1700 Menschen ab acht Uhr am Sonntagmorgen aus ihren Wohnungen evakuiert werden. Betroffen seien etwa 160 Gebäude gewesen – in einem Umkreis von 300 Meter rund um den Fundort in der Ursulinenstraße. Dort hatte ein Baggerfahrer die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg bei Bauarbeiten vor rund zwei Wochen gefunden. Die Straße befindet sich nur rund 600 Meter vom Hauptbahnhof entfernt.

250 Einsatzkräfte vor Ort

Auch wenn die Bombenentschärfung an sich nur eine Stunde dauerte – der Arbeitsaufwand, den Stadt, Regionalverband, Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Rettungsleitstelle ZRF Saar, und, und, und, vorab leisteten, war enorm. Denn um den Fundort der Weltkriegsbombe war eine Sicherheitszone eingerichtet worden, die Passanten und Bewohner von der Bombe fernhielt und sie vor möglichen Gefahren bei einer Detonation schützte. Laut Stadt waren insgesamt 250 Kräfte im Einsatz, um zu gewährleisten, dass die Bombe sicher entschärft werden konnte.

Deshalb hieß es am Sonntagmorgen: Ausnahmezustand. Die Straßen um die Bombe wurden gesperrt, der Saarbrücker Hauptbahnhof gesperrt. Um den Zeitraum der Entschärfung fuhren die Züge im Bereich des Hauptbahnhofs nicht. Die Anwohner in den 160 Gebäuden, die am Morgen aus ihren Häusern mussten, seien fast alle der Evakuierungsaufforderung nachgekommen. „Nur vereinzelt“ seien einige Menschen dem laut einem Stadtsprecher nicht nachgekommen. Sie mussten extra aufgefordert werden, ihre Anwesen zu verlassen. Ansonsten sei die Evakuierung, so berichtet die Stadt-Pressestelle der RHEINPFALZ am Montagmittag, weitgehend reibungslos über die Bühne gegangen.

Menschen, die beeinträchtigt oder krank waren, konnten sich über das städtische Servicetelefon Hilfe beim Verlassen ihrer Wohnung holen. Neun Personen hätten dieses Angebot in Anspruch genommen. Fast alle Evakuierten verbrachten die sechs Stunden bei Bekannten oder Verwandten. Zudem hatte die Stadt die Aula der Mügelsbergschule als Ausweichunterkunft geöffnet. Dort hatten sich etwa 35 Personen aufgehalten. Die Stadt habe, so der Sprecher, vorab ausführlich auf die Evakuierung hingewiesen – es wurden Handzettel verteilt, Aushänge aufgehangen, und auch über die Warnapps wurden die Bürger benachrichtigt.

Nach sechs Stunden ist der Spuk vorbei

Die 1700 evakuierten Personen konnten ab kurz vor halb zwei Uhr am Sonntagmittag, als die Bombe entschärft und abtransportiert worden war, wieder zurück in ihre Wohnungen. Zu diesem Zeitpunkt wurden nach rund sechs Stunden auch die Straßen wieder freigegeben, und die Sperrzonen aufgehoben.

Bürgermeisterin Barbara Meyer sagt: „Ich bedanke mich herzlich bei allen Einsatzkräften vor Ort, im Hintergrund und allen Personen, die bei der Vorbereitung mitgewirkt haben, für die professionelle Zusammenarbeit und den unermüdlichen Einsatz. Vielen Dank auch an alle Bürgerinnen und Bürger, die zu einer problemlosen Evakuierung beigetragen haben.“

Stadt: 300-Meter-Radius „noch relativ klein“

Der Umkreis von 300 Meter um die Bombe, in dem die Menschen aus ihren Wohnungen evakuiert werden mussten, sei ein „noch relativ kleiner Radius“, sagt der Sprecher. „Das hängt davon ab, wie groß die Bombe ist, von dem Gebiet drumherum. Das ist immer einzelfallabhängig.“

Laut dem Stadtsprecher war es die zweite Bombenentschärfung in Saarbrücken seit Anfang 2023. Vor fast genau einem Jahr, Ende Juli 2023, war ebenfalls eine Weltkriegsbombe – in der St. Johanner Straße – entschärft worden.

Getan werden müsse jetzt nichts mehr, sagt der Stadtsprecher. Die Bombenentschärfung sei komplett abgeschlossen. Wenn man jetzt im Bereich um den Hauptbahnhof unterwegs ist, ist alles wieder wie vorher. Nur ohne Weltkriegsbombe eben viel sicherer.

im Umkreis von 300 Meter rund um den Bombenfundort hieß es – auch für die Polizeidienststelle – am Sonntag für sechs Stunden: Sp
im Umkreis von 300 Meter rund um den Bombenfundort hieß es – auch für die Polizeidienststelle – am Sonntag für sechs Stunden: Sperrzone.
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